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Abschied vom Pergamonaltar
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert. Fünf Jahre sollen das dauern. Das Pergamonmuseum ist aber weiter geöffnet.

In der Warteschlange frozzelt es sich besonders gut. „Fünf Jahre, das glaubt doch kein Mensch“, brummt ein älterer Herr. Das Pärchen vor ihm macht sofort mit: „Fünf Jahre voraussichtlich“, sagt der junge Mann grinsend. „Man weeß ja, was det in Berlin bedeutet.“

Mike Briggs aus Texas guckt verständnislos, wird aber sogleich von den Berlinern vor ihm darüber aufgeklärt, dass sie an diesem herrlich sonnigen Sonntag – beileibe kein Museumswetter – alle nur hier anstehen, weil der prächtigste Teil des Pergamonmuseums, der Saal mit dem Pergamonaltar, saniert werden muss und heute zum vorerst letzten Mal betreten werden darf. Und dass die Sanierung fünf Jahre dauern solle, aber man bei Bauprojekten in Berlin ja nie wisse.

Manche befürchten, es könnte 20 Jahre dauern

Mike Briggs nickt verständnisvoll. Dass der Berliner Flughafen nicht fertig wird, hat sich auch schon in Texas herumgesprochen. Aber das mit dem Pergamonaltar nicht. „Darling, wir haben ja solches Glück“, sagt er zu seiner Frau. „Die Leute hier meinen, es könne sogar zehn oder zwanzig Jahre dauern.“

Aber selbst fünf Jahre sind eine lange Zeit. Das finden auch Dorothee Risse und Andreas Bohmann aus Pankow. „Unsere fünfjährige Tochter wird dann zehn sein“, sagt Dorothee Risse. „Und unser elfjähriger Sohn schon sechzehn. Wer weiß, ob er dann noch mit uns ins Museum geht.“ Jetzt ist Tobias jedenfalls Feuer und Flamme: „Wir haben gerade die alten Griechen in Geschichte“, sagt er. Setzt sich die Kopfhörer auf und kann es kaum erwarten, endlich zum Ischtar-Tor zu gehen.
Abschied vom Pergamonaltar
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert.
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert. Fünf Jahre sollen das dauern. Das Pergamonmuseum ist aber weiter geöffnet.

In der Warteschlange frozzelt es sich besonders gut. „Fünf Jahre, das glaubt doch kein Mensch“, brummt ein älterer Herr. Das Pärchen vor ihm macht sofort mit: „Fünf Jahre voraussichtlich“, sagt der junge Mann grinsend. „Man weeß ja, was det in Berlin bedeutet.“

Mike Briggs aus Texas guckt verständnislos, wird aber sogleich von den Berlinern vor ihm darüber aufgeklärt, dass sie an diesem herrlich sonnigen Sonntag – beileibe kein Museumswetter – alle nur hier anstehen, weil der prächtigste Teil des Pergamonmuseums, der Saal mit dem Pergamonaltar, saniert werden muss und heute zum vorerst letzten Mal betreten werden darf. Und dass die Sanierung fünf Jahre dauern solle, aber man bei Bauprojekten in Berlin ja nie wisse.

Manche befürchten, es könnte 20 Jahre dauern

Mike Briggs nickt verständnisvoll. Dass der Berliner Flughafen nicht fertig wird, hat sich auch schon in Texas herumgesprochen. Aber das mit dem Pergamonaltar nicht. „Darling, wir haben ja solches Glück“, sagt er zu seiner Frau. „Die Leute hier meinen, es könne sogar zehn oder zwanzig Jahre dauern.“

Aber selbst fünf Jahre sind eine lange Zeit. Das finden auch Dorothee Risse und Andreas Bohmann aus Pankow. „Unsere fünfjährige Tochter wird dann zehn sein“, sagt Dorothee Risse. „Und unser elfjähriger Sohn schon sechzehn. Wer weiß, ob er dann noch mit uns ins Museum geht.“ Jetzt ist Tobias jedenfalls Feuer und Flamme: „Wir haben gerade die alten Griechen in Geschichte“, sagt er. Setzt sich die Kopfhörer auf und kann es kaum erwarten, endlich zum Ischtar-Tor zu gehen.

Der Tagesspiegel, [28.09.2014]

 
Jetzt Mall ehrlich
Hunderte kamen zur Eröffnung ins neue Zentrum am Leipziger Platz

Knapp zehn Minuten nach der Eröffnung ging der erste Kunde schon wieder hinaus, fuhr die Rolltreppe hinunter mit einem Fernsehgerät unter dem Arm – der zielstrebigste von allen.
Hunderte kamen zur Eröffnung ins neue Zentrum am Leipziger Platz

Knapp zehn Minuten nach der Eröffnung ging der erste Kunde schon wieder hinaus, fuhr die Rolltreppe hinunter mit einem Fernsehgerät unter dem Arm – der zielstrebigste von allen. Die meisten anderen Besucher der neuen „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz gehörten eher zu den Schaulustigen, die ein paar ziellose, aber unterhaltsame und durchaus entspannte Stunden im Shopping-Tempel verbrachten.

Denn dort ging es zumindest am ersten Vormittag überraschend ruhig zu. Exakt um zehn Uhr hatte Mittes Baustadtrat Carsten Spallek die massive Schere gepackt, angereicht auf einem Samtkissen von drei professionell lächelnden, in roten, schulterfreien Abendkleidern bibbernden Grazien.

Dann säbelte er los, schön langsam, damit die Fotografen auch was zu fotografieren hatten, und der Weg war frei. Doch die großzügig eingeteilten Sicherheitskräfte hatten nichts zu tun, die Menge wartete zunächst diszipliniert in der Distanz, und nach nicht einmal einer Minute waren schätzungsweise fünfhundert überwiegend recht junge Neugierige im Inneren verschwunden, wo es dann alsbald aussah wie in einem normalen, gut besuchten Einkaufszentrum, kein Gedränge, keine Wühltischatmosphäre, keine Schnäppchenjagd.

Denn umsonst gab es nichts, und die Sonderangebote waren entweder sparsam dosiert oder – wie bei Saturn – gleich mit dem Hinweis versehen, dass es sie auch in jedem anderen Markt der Kette gebe. Dennoch war es der Elektromarkt, der seiner Funktion als „Ankermieter“ gerecht wurde und anfangs die meisten Besucher anzog, während sich das Interesse an den edleren Bekleidungs- oder Kosmetikgeschäften zunächst auf die Schaufenster konzentrierte – der Berliner liebt das Vertraute.

Das Adlon der Berliner Einkaufspassagen

Und vertraut ist ihm die neue „Mall“ sicher noch nicht. Sie wirkt – zumindest unten und in der 23 Meter hohen Piazza – großzügig, elegant und durchaus stilvoll gestaltet, sozusagen das Adlon der Berliner Einkaufspassagen, Vorbildern in Singapur oder Dubai durchaus ebenbürtig, jedenfalls, was die Gestaltung angeht. Entsprechend drängt sich auch kein Geschäft mit greller Werbung nach vorn, Rabatte werden, sofern es sie überhaupt gibt, sehr dezent angekündigt. Und die beiden halb nackten Jungs mit Sixpack und Badehose, die neben einem gigantischen Blumentopf ausgerechnet für einen Jeansladen posierten, dürften eher untypisch sein für das hier angepeilte Geschmacksniveau. Nur die immer präsente Musikbeschallung nervt, und da und dort wird wohl auch penetrantes Parfüm in die Ladenluft gepustet.

Das Konzept der Mall ist klar. Im Vordergrund stehen die bekannten und in der Stadt schon lange präsenten Umsatzbringer wie H&M, Peek und Cloppenburg, Saturn, Zara und Sport-Scheck. Im Keller unter ihnen findet die Grundversorgung mit Aldi, Kaiser’s und dm statt, ergänzt um ein paar kleinteilige Einzelhändler sowie den Hertha-Fanshop.

Die Ecke zur Wilhelmstraße hin ist das, was Harald Huth, der Boss, den Premium-Bereich nennt; dort geht es mit Marken wie Boss, Patrizia Pepe, Armani Jeans und Karl Lagerfeld etwas weniger volkstümlich zu. Im ersten Geschoss dominieren die oberen Hälften der großen Geschäfte, ergänzt um Bekleidung mittleren Preisniveaus. Auffällig ist, dass die Schuhgeschäfte durchweg der Billigkategorie angehören, „Clarks“ und „Navyboot“ ausgenommen. Auch Bayern München hält hier Hof. Berlin-Premiere, eine der ganz wenigen, feiert der norddeutsche Bekleidungsspezialist Wormland mit einem großen, modisch cool hergerichteten Shop über zwei Etagen.

Der zweite Stock ist der „Foodcourt“, bietet also Imbisskost in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen von McDonald’s über Nordsee bis Thai, durchweg billig und SB. Anspruchsvollere Küche fehlt völlig, genauso wie drunten sämtliche internationalen Imponier-Label – womit viel Luft nach oben bleibt zur Konkurrenz in KaDeWe und Quartier 206.

Am Mittag kam der Hunger. Lange Schlangen vor Falafel und Currywurst, Pizza und Wienerwald-Hähnchen, Leere in eleganten Markenshops. „Praktisch noch nichts verkauft“, sagt eine Mitarbeiterin, „aber das ist normal, die Leute müssen sich erst an uns gewöhnen.“ Dazu ist nun fast pausenlos Gelegenheit, sogar am kommenden Sonntag. Wer nicht am Berlin-Marathon teilnimmt, könnte es also durchaus mit einem Shopping-Marathon versuchen.

Der Tagesspiegel, [26.09.2014]; Simulation: Promo

 
Tacheles für 150 Millionen Euro an Finanzinvestor verkauft
Der Eigentümer hat das ehemalige Kunsthaus an einen Investor verkauft

Das ehemalige Kunsthaus Tacheles hat einen neuen Besitzer.
Der Eigentümer hat das ehemalige Kunsthaus an einen Investor verkauft

Das ehemalige Kunsthaus Tacheles hat einen neuen Besitzer. Nach jahrelangen Querelen verkaufte die Jagdfeld-Gruppe das mehr als 25 000 Quadratmeter große Gelände mit den Gebäuden Friedrichstraße 112a und b und die als ehemaliges Kunsthaus Tacheles bekannten Reste der Friedrichstraßen-Passage an einen internationalen Finanzinvestor: der mit der Perella Weinberg Real Estate (PWRE) verbundenen Fonds will hier nun eine attraktive Neubebauung mit verschiedenen Nutzungen verwirklichen. Der Kaufpreis für das gesamte Areal soll 150 Millionen Euro betragen haben.

„Wir freuen uns, dass wir das Gelände aus dem Dornröschenschlaf holen und hier ein neues Kapitel beginnen können, um einen weiteren Anziehungspunkt in Berlins Mitte zu schaffen“, sagt Léon Bressler, Managing Partner der PWRE.

Man sei überzeugt vom Potenzial der deutschen Hauptstadt und wolle einen Teil der Innenstadt aktiv mitgestalten.

PWRE-Sprecherin Claudia Holfert sagte dem Tagesspiegel, man sei bei den Bebauungsplänen für das lange ungenutzte Areal noch ganz am Anfang, gehe aber von einer gemischten Bebauung aus. So sollten unter anderem Wohnungen, Einzelhandelseinrichtungen aber auch Hotels und Bürogebäude entstehen. Für das ehemalige Kunsthaus sei eine kulturelle Nutzung vorgeschrieben und auch geplant.

Das Tacheles ist die letzte große Freifläche in innerstädtischer Toplage in Berlin. Im Herbst vergangenen Jahres war der Verkauf bereits angekündigt worden. Die letzten Künstler hatten das von ihnen im Jahr 1990 besetzte Areal erst im Juni 2012 verlassen, nachdem ein Urteil des Landgerichts sie zur Räumung des Theatersaals und der Galerieräume gezwungen hatte.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]

 

 

 
Wegen Sanierungsarbeiten fünf Jahre geschlossen

Am Sonntag war der Pergamonaltar noch einmal zu besichtigen, nun wird saniert. Fünf Jahre sollen das dauern. Das Pergamonmuseum ist aber weiter geöffnet.

In der Warteschlange frozzelt es sich besonders gut. „Fünf Jahre, das glaubt doch kein Mensch“, brummt ein älterer Herr. Das Pärchen vor ihm macht sofort mit: „Fünf Jahre voraussichtlich“, sagt der junge Mann grinsend. „Man weeß ja, was det in Berlin bedeutet.“

Mike Briggs aus Texas guckt verständnislos, wird aber sogleich von den Berlinern vor ihm darüber aufgeklärt, dass sie an diesem herrlich sonnigen Sonntag – beileibe kein Museumswetter – alle nur hier anstehen, weil der prächtigste Teil des Pergamonmuseums, der Saal mit dem Pergamonaltar, saniert werden muss und heute zum vorerst letzten Mal betreten werden darf. Und dass die Sanierung fünf Jahre dauern solle, aber man bei Bauprojekten in Berlin ja nie wisse.

Manche befürchten, es könnte 20 Jahre dauern

Mike Briggs nickt verständnisvoll. Dass der Berliner Flughafen nicht fertig wird, hat sich auch schon in Texas herumgesprochen. Aber das mit dem Pergamonaltar nicht. „Darling, wir haben ja solches Glück“, sagt er zu seiner Frau. „Die Leute hier meinen, es könne sogar zehn oder zwanzig Jahre dauern.“

Aber selbst fünf Jahre sind eine lange Zeit. Das finden auch Dorothee Risse und Andreas Bohmann aus Pankow. „Unsere fünfjährige Tochter wird dann zehn sein“, sagt Dorothee Risse. „Und unser elfjähriger Sohn schon sechzehn. Wer weiß, ob er dann noch mit uns ins Museum geht.“ Jetzt ist Tobias jedenfalls Feuer und Flamme: „Wir haben gerade die alten Griechen in Geschichte“, sagt er. Setzt sich die Kopfhörer auf und kann es kaum erwarten, endlich zum Ischtar-Tor zu gehen.

Der Tagesspiegel, [28.09.2014]

 
Hunderte kamen zur Eröffnung ins neue Zentrum am Leipziger Platz

Knapp zehn Minuten nach der Eröffnung ging der erste Kunde schon wieder hinaus, fuhr die Rolltreppe hinunter mit einem Fernsehgerät unter dem Arm – der zielstrebigste von allen. Die meisten anderen Besucher der neuen „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz gehörten eher zu den Schaulustigen, die ein paar ziellose, aber unterhaltsame und durchaus entspannte Stunden im Shopping-Tempel verbrachten.

Denn dort ging es zumindest am ersten Vormittag überraschend ruhig zu. Exakt um zehn Uhr hatte Mittes Baustadtrat Carsten Spallek die massive Schere gepackt, angereicht auf einem Samtkissen von drei professionell lächelnden, in roten, schulterfreien Abendkleidern bibbernden Grazien.

Dann säbelte er los, schön langsam, damit die Fotografen auch was zu fotografieren hatten, und der Weg war frei. Doch die großzügig eingeteilten Sicherheitskräfte hatten nichts zu tun, die Menge wartete zunächst diszipliniert in der Distanz, und nach nicht einmal einer Minute waren schätzungsweise fünfhundert überwiegend recht junge Neugierige im Inneren verschwunden, wo es dann alsbald aussah wie in einem normalen, gut besuchten Einkaufszentrum, kein Gedränge, keine Wühltischatmosphäre, keine Schnäppchenjagd.

Denn umsonst gab es nichts, und die Sonderangebote waren entweder sparsam dosiert oder – wie bei Saturn – gleich mit dem Hinweis versehen, dass es sie auch in jedem anderen Markt der Kette gebe. Dennoch war es der Elektromarkt, der seiner Funktion als „Ankermieter“ gerecht wurde und anfangs die meisten Besucher anzog, während sich das Interesse an den edleren Bekleidungs- oder Kosmetikgeschäften zunächst auf die Schaufenster konzentrierte – der Berliner liebt das Vertraute.

Das Adlon der Berliner Einkaufspassagen

Und vertraut ist ihm die neue „Mall“ sicher noch nicht. Sie wirkt – zumindest unten und in der 23 Meter hohen Piazza – großzügig, elegant und durchaus stilvoll gestaltet, sozusagen das Adlon der Berliner Einkaufspassagen, Vorbildern in Singapur oder Dubai durchaus ebenbürtig, jedenfalls, was die Gestaltung angeht. Entsprechend drängt sich auch kein Geschäft mit greller Werbung nach vorn, Rabatte werden, sofern es sie überhaupt gibt, sehr dezent angekündigt. Und die beiden halb nackten Jungs mit Sixpack und Badehose, die neben einem gigantischen Blumentopf ausgerechnet für einen Jeansladen posierten, dürften eher untypisch sein für das hier angepeilte Geschmacksniveau. Nur die immer präsente Musikbeschallung nervt, und da und dort wird wohl auch penetrantes Parfüm in die Ladenluft gepustet.

Das Konzept der Mall ist klar. Im Vordergrund stehen die bekannten und in der Stadt schon lange präsenten Umsatzbringer wie H&M, Peek und Cloppenburg, Saturn, Zara und Sport-Scheck. Im Keller unter ihnen findet die Grundversorgung mit Aldi, Kaiser’s und dm statt, ergänzt um ein paar kleinteilige Einzelhändler sowie den Hertha-Fanshop.

Die Ecke zur Wilhelmstraße hin ist das, was Harald Huth, der Boss, den Premium-Bereich nennt; dort geht es mit Marken wie Boss, Patrizia Pepe, Armani Jeans und Karl Lagerfeld etwas weniger volkstümlich zu. Im ersten Geschoss dominieren die oberen Hälften der großen Geschäfte, ergänzt um Bekleidung mittleren Preisniveaus. Auffällig ist, dass die Schuhgeschäfte durchweg der Billigkategorie angehören, „Clarks“ und „Navyboot“ ausgenommen. Auch Bayern München hält hier Hof. Berlin-Premiere, eine der ganz wenigen, feiert der norddeutsche Bekleidungsspezialist Wormland mit einem großen, modisch cool hergerichteten Shop über zwei Etagen.

Der zweite Stock ist der „Foodcourt“, bietet also Imbisskost in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen von McDonald’s über Nordsee bis Thai, durchweg billig und SB. Anspruchsvollere Küche fehlt völlig, genauso wie drunten sämtliche internationalen Imponier-Label – womit viel Luft nach oben bleibt zur Konkurrenz in KaDeWe und Quartier 206.

Am Mittag kam der Hunger. Lange Schlangen vor Falafel und Currywurst, Pizza und Wienerwald-Hähnchen, Leere in eleganten Markenshops. „Praktisch noch nichts verkauft“, sagt eine Mitarbeiterin, „aber das ist normal, die Leute müssen sich erst an uns gewöhnen.“ Dazu ist nun fast pausenlos Gelegenheit, sogar am kommenden Sonntag. Wer nicht am Berlin-Marathon teilnimmt, könnte es also durchaus mit einem Shopping-Marathon versuchen.

Der Tagesspiegel, [26.09.2014]; Simulation: Promo

 

 
Der Eigentümer hat das ehemalige Kunsthaus an einen Investor verkauft

Das ehemalige Kunsthaus Tacheles hat einen neuen Besitzer. Nach jahrelangen Querelen verkaufte die Jagdfeld-Gruppe das mehr als 25 000 Quadratmeter große Gelände mit den Gebäuden Friedrichstraße 112a und b und die als ehemaliges Kunsthaus Tacheles bekannten Reste der Friedrichstraßen-Passage an einen internationalen Finanzinvestor: der mit der Perella Weinberg Real Estate (PWRE) verbundenen Fonds will hier nun eine attraktive Neubebauung mit verschiedenen Nutzungen verwirklichen. Der Kaufpreis für das gesamte Areal soll 150 Millionen Euro betragen haben.

„Wir freuen uns, dass wir das Gelände aus dem Dornröschenschlaf holen und hier ein neues Kapitel beginnen können, um einen weiteren Anziehungspunkt in Berlins Mitte zu schaffen“, sagt Léon Bressler, Managing Partner der PWRE.

Man sei überzeugt vom Potenzial der deutschen Hauptstadt und wolle einen Teil der Innenstadt aktiv mitgestalten.

PWRE-Sprecherin Claudia Holfert sagte dem Tagesspiegel, man sei bei den Bebauungsplänen für das lange ungenutzte Areal noch ganz am Anfang, gehe aber von einer gemischten Bebauung aus. So sollten unter anderem Wohnungen, Einzelhandelseinrichtungen aber auch Hotels und Bürogebäude entstehen. Für das ehemalige Kunsthaus sei eine kulturelle Nutzung vorgeschrieben und auch geplant.

Das Tacheles ist die letzte große Freifläche in innerstädtischer Toplage in Berlin. Im Herbst vergangenen Jahres war der Verkauf bereits angekündigt worden. Die letzten Künstler hatten das von ihnen im Jahr 1990 besetzte Areal erst im Juni 2012 verlassen, nachdem ein Urteil des Landgerichts sie zur Räumung des Theatersaals und der Galerieräume gezwungen hatte.

Der Tagesspiegel, [25.09.2014]

 
40.004 Läufer sind beim 41. Berlin-Marathon am Start

Nicht der beste Internetzugang hat entschieden, sondern das Glück. Wenn am kommenden Sonntag auf der schnellsten Marathon-Strecke der Welt 40.004 Läufer an den Start gehen, sind 31.000 von ihnen mit einer Art Glücksfaktor unterwegs. Sie haben ihre Startplätze erstmals durch einen Losentscheid erhalten.

Der Veranstalter SCC Events hat dieses Verfahren eingeführt, weil die verfügbaren Startplätze für den vorherigen Jubiläums-Marathon binnen dreieinhalb Stunden im Internet ausgebucht waren. Bei der Verlosung unter 74707 Bewerbern hatten alle die gleiche Chance, sagt SCC-Geschäftsführer Jürgen Lock.

Die Berliner Sportler schneiden sogar etwas besser ab. Während die Zahl der Starter aus Deutschland mit mehr als 17.000 konstant blieb, ist der Anteil der Berliner auf rund 6500 gestiegen, sonst waren nur etwa 5500 Hauptstädter am Start. Unter den insgesamt 130 Nationen stellen die Dänen mit 3500 Sportlern die zweitstärkste Fraktion, dann folgen die Briten mit 3000.

Erstmals gibt es im Netz auch eine interaktive Karte, auf der die Starter Informationen zum Lauf finden, Zuschauer etwas über die 80 Bands an der Strecke erfahren und die Berliner sehen können, ab wann welche Straße gesperrt ist. Am Donnerstag beginnen die Sperrungen auf der Straße des 17. Juni.

Berliner Zeitung, [22.09.2014]

 

 
"Indian Summer" und Candlelight Dinner-Menü "Genuss zu Zweit"

Eingerichtet mit originalen Requisiten der CCC Filmstudios und vielen Erinnerungen an große deutsche Filme, bietet das Restaurant "Movie" Platz für angeregte Gespräche und lädt zum Schlemmen ein. Es erwartet Sie eine Auswahl regionaler und internationaler Gerichte.

Aus unserem Kulinarischen Kalender: Indian Summer: 11. September 2014 - 28. November 2014 (Foto: eyetronic - Fotolia.com)

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 06.30 - 10.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 07.00 - 11.00 Uhr
Mittag (kleine Karte): 11.30 - 13.30 Uhr
Abendessen: 17.30 - 22.00 Uhr

Kids eat free
Kinder bis einschließlich 12 Jahre essen in unserem Restaurant aus der Kinderkarte kostenfrei, wenn sie in Begleitung eines zu Mittag oder zu Abend essenden Erwachsenen sind (gilt für maximal 2 Kinder). Dieses Angebot gilt für Familien, die im Hotel übernachten.

"Genuss zu Zweit"

Jeden Freitag ab 18:00 Uhr können Sie ein 3-Gänge-Menü genießen - Candlelight-Dinner
Preis pro Person: 22,00 Euro

 
Das gilt nicht für alle Bezirke gleichermaßen

Er meckert zwar gerne, wenn es in der Innenstadt mal wieder zu voll, zu laut oder zu teuer ist. Aber eigentlich hat der Berliner ja gar nichts gegen Touristen. Das legt zumindest eine aktuelle Meinungsumfrage der Tourismuswerber der landeseigenen Gesellschaft Visit Berlin nahe, die jetzt veröffentlicht wurde. Neun von zehn Berlinern sind demnach stolz darauf, dass Menschen aus aller Welt ihre Stadt besuchen, 88 Prozent der Stadtbewohner fühlen sich durch Touristen „weder eingeschränkt noch gestört“.

3000 Berliner wurden befragt.

Immerhin 77 Prozent der Befragten sehen in den nächsten Jahren Vorteile für die Einwohner durch den steigenden Tourismus.

3000 Berliner wurden für die repräsentative Untersuchung befragt, das Ergebnis erfreut auch den Senat. „Die Akzeptanz für den Tourismus ist in Berlin ganz überwiegend sehr hoch“, heißt es in einer zehnseitigen Stellungnahme des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) fürs Parlament.

Etwas negativer wird das Bild allerdings, wenn man sich die Ergebnisse in jenen Vierteln anguckt, die besonders viele Touristen anziehen. Gefragt, ob sie sich durch die vielen Besucher gestört oder eingeschränkt fühlen, antwortete jeder dritte Befragte in Friedrichshain und Kreuzberg mit „eher ja“, in Mitte immerhin noch jeder Fünfte. Auch in Tiergarten, Schöneberg und Prenzlauer Berg liegen die Negativwerte leicht über dem Durchschnitt, in Charlottenburg und Neukölln hingegen ist die Stimmung etwas besser.

Der Senat zieht aus der Studie den Schluss, dass „das Thema Akzeptanzerhaltung in Bezug auf den Berlin-Tourismus ein nicht zuletzt medial erzeugtes Problem ist und nicht originär auf den Tourismus zurückgeführt werden kann“. Was Wowereit und Yzer allerdings für ein reales Problem halten, ist das aus ihrer Sicht zu gering entwickelte Bewusstsein der Berliner, wie wichtig Besucher für die Wirtschaft sind.

Nur sechs von zehn Berlinern bewerten den Tourismus demnach als wichtigen Wirtschaftsfaktor – obwohl inzwischen 275000 Berliner vom Tourismus lebten, der zehn Milliarden Euro Umsatz erziele. Daher wollen der Senat und Visit Berlin den Bürgern gerade im Jahr des auch touristisch wichtigen Mauerfall-Jubiläums die Vorzüge der Gäste anschaulicher vermitteln.

Der Tagesspiegel, [09.09.2014]

 
Am 9. November ist der 25. Jahrestag des Mauerfalls

"Dieser 9. November 1989 war und ist ein ganz besonderer Tag für Berlin, für Europa und die ganze Welt, die auf uns geblickt und gefragt hat: Wie fällt diese Mauer?", sagt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und präsentiert die Vorhaben der Stadt zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Zur offiziellen Feier im Schauspielhaus am 9. November um 16 Uhr werden als Hauptredner der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, sowie Michail Gorbatschow, Lech Walesa und der damalige ungarische Ministerpräsident Niklas Nemeth erwartet.

Vom 7. bis 9. November steht Berlin ganz im Zeichen einer zuversichtlichen Erinnerung an die Grenzöffnung, ihre Vorgeschichte und ihre Folgen. „Berlin, nun freue dich!“, hatte der damalige Regierende Bürgermeister Walter Momper ausgerufen – heute könnte es heißen: „Berlin, nun leuchte doch!“ Klaus Wowereit möchte das Ereignis mit Emotionen verbinden: „Licht ist Freude und Freiheit“. Der 9.11.89 sei ein Glückstag nicht nur für Berlin, sondern für die ganze Welt. Die Stadt erinnert daran wie berichtet mit einer temporären Lichtinstallation von rund 8000 Ballons, die an drei Tagen abends auf einer Strecke von 15 Kilometern den einstigen Mauerverlauf zwischen Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke markieren. Die runden Ballons mit 60 Zentimetern Durchmesser bestehen aus weißem Naturkautschuk und werden, mit Helium gefüllt, erleuchtet.

An jenem historischen Abend vor 25 Jahren, als die Ost-Berliner in den Westteil strömten, löste sich die Grenze auf, 2014 werden die Ballons von ihrem Haltestab und damit von der Batterie getrennt – und schon entschwebt die Erleuchtung in den Himmel. Jeder, der Lust hat, kann Ballonpate werden, eine Botschaft auf ein Kärtchen schreiben und seinen Traum mit dem Ballon auf die Reise schicken.

Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung

Der 9. November, ein Sonntag, beginnt mit einer Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung und der Eröffnung einer neuen Dauerausstellung in der Bernauer Straße. Zeitgleich mit dem offiziellen Festakt am Gendarmenmarkt gibt es ein Bürgerfest am Brandenburger Tor, bei dem die Staatskapelle und der Staatsopernchor unter der Leitung Daniel Barenboims Beethovens „Ode an die Freude“ intonieren. Ab 19 Uhr lassen dann tausende Ballonpaten ihre individuellen Botschaften in die Luft steigen. Die Brüder Christopher und Marc Bauder hatten die Idee dazu, einer von ihnen, Marc, montierte außerdem eine Filmcollage unter dem Titel „Mauerstücke“. Sie stellt Berlin-Bilder mit und ohne Mauer einander gegenüber. So entsteht ein spannendes Vorher-nachher-Panorama, das auch an wichtigen Punkten in der Innenstadt zu sehen sein wird.

Entlang der Lichtgrenze trifft der Besucher zudem alle 150 Meter auf ein Stück einer Open-Air-Ausstellung: „Hundert Mauergeschichten – Hundert Mal Berlin“ zeige „den Mut und die Kreativität derjenigen, die sich weigerten, das monströse Bauwerk als Normalität zu akzeptieren“, sagt Frank Ebert von der Robert-Havemann-Gesellschaft. Veranstalter des Ganzen ist die Kulturprojekte Berlin GmbH, und die Touristenwerber von Visit Berlin haben sich einen hübschen Slogan einfallen lassen: „Berlins spannendster Fall“.

Der Tagesspiegel, [08.09.2014]

 

 
Mode-Fans feierten die VOGUE Fashion’s Night Out 2014 in Berlin

Auf Einladung von VOGUE feierten tausende Berliner Mode-Fans die sechste VOGUE Fashion´s Night Out (VFNO) – die Einkaufsnacht, die alle internationalen VOGUE-Ausgaben weltweit zelebrieren. Über 125 exklusive Shops, Boutiquen und Luxus-Department-Stores hatten ihre Türen bis weit in die Nacht geöffnet und überraschten ihre Kunden mit besonderen Aktionen, Premieren, Limited Editions und kreativen Ideen. Auf Shopping-Tour in den Geschäften unterwegs war auch VOGUE-Chefredakteurin Christiane Arp mit ihrem Team, die dabei auch auf prominente Persönlichkeiten traf.

Einen besonderen Blickfang auf dem Kurfürstendamm bot der von VOGUE gebrandete Airstream: Aus dem amerikanischen Oldtimer-Wohnwagen heraus verteilten die Redaktionsmitglieder Popcorn und verkauften T-Shirts und Shopping-Bags zum Event. Außerdem dabei: die aktuelle September-Ausgabe von VOGUE, die mit dem Titelmotto "Shoppinglust" und einem 52-seitigen VFNO-Shopping-Supplement die perfekte Inspiration für die Mode-Nacht bot.

"Berlin ist eine der wichtigsten deutschen Modemetropolen und VOGUE Fashion´s Night Out hat hier mittlerweile Tradition. Es freut mich zu sehen, mit welcher Begeisterung die Berliner die Mode feiern und diesen Abend gemeinsam genießen", so Chefredakteurin Christiane Arp.

In diesem Jahr findet die VOGUE Fashion´s Night Out in über 18 Nationen mit mehr als 27 Partnerstädten statt. In Deutschland geht das Event heute Abend in die nächste Runde: Dann haben auch die Düsseldorfer Gelegenheit, bei der vierten VFNO am Rhein nach Lust und Laune bis weit nach offiziellem Ladenschluss zu shoppen.

"Shwe Shwe Poppis" und VFNO-Shopping-Bag: Shopping für den guten Zweck

Für Begeisterung bei den Fashion Fans sorgte auch der Verkauf der "Shwe Shwe Poppis" – Designerstoffpuppen im Patchwork-Stil aus Südafrika. Der Verkaufserlös der limitierten VFNO-Sonderkollektion, für die Stoffspenden von neun Modehäusern und Designern verarbeitet wurden, kommt dem Waisenhaus "Zola Crèche" in Soweto zugute. Der Erlös aus dem Verkauf der von VOGUE designten Shopping-Bag wird traditionell karitativen Einrichtungen in Berlin und Düsseldorf gespendet.

 
Wegen eines Kabeldiebstahls in Teltow kam es im Zugverkehr von und nach Berlin zu Verspätungen

Nach stundenlangen Einschränkungen am Mittwoch verkehrten die Züge des Regional- und Fernverkehrs auf der Nord-Südstrecke von und nach Berlin ab etwa 20 Uhr wieder weitgehend fahrplanmäßig. Grund für die Verspätungen und Zugausfälle auf vier Regionallinien und einer ICE-Verbindung war ein Kabeldiebstahl zwischen Lichterfelde und in Teltow.

Die Täter hatten dabei auch Signalkabel durchtrennt. Betroffene Züge durften danach nur nach Anweisungen fahren oder wurden umgeleitet. Betroffen waren vor allem viele Reisende ab dem Berliner Hauptbahnhof.

Der Tagesspiegel, [03.09.2014]

 
Wegen der Gema könnte es mit dem Straßenfest in Berlin jetzt vorbei sein

Nach 20 Jahren steht die Zukunft des traditionellen Musik-Straßenfestivals in Berlin auf dem Spiel. Schuld daran ist die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Sie stuft das öffentliche Fest der Musik künftig nicht mehr als Stadtfest ein, sondern als Konzert.

Dieser Tarif ist erheblich teurer und bedeutet für die Organisatoren eine Kostensteigerung von 63 Prozent. Das sind etwa 8 000 Euro mehr als bisher eingeplant und finanziert sind. Fast 20 Prozent den Gesamtbudgets würden nach dieser Abrechnung an die Gema fließen, bisher waren es maximal 10 Prozent, teilen die Organisatoren mit.

Öffentlich gefördert

„Mit dieser Erhöhung steht die Fête de la musique vor einem Problem“, sagt die Geschäftsführerin des Festivals, Simone Hofmann. Denn das Musikfest, das jedes Jahr am 21. Juni stattfindet, wird komplett aus öffentlichen Mitteln gefördert. Der Berliner Senat, genauer die Abteilung für Kulturelle Angelegenheiten von Kulturstaatssekretär Tim Renner, finanziert jährlich 24.200 Euro, die Lotto-Stiftung gewährt 88.000 Euro. Mehrausgaben sind nicht erlaubt. „Ein Posten für Unvorhersehbares ist nicht vorgesehen“, sagt Hofmann. Sie befürchtet, dass das Musikfest im kommenden Jahr nicht mehr finanzierbar sei.

Seit Mai 2014 verhandeln Gema und Veranstalter über eine Einigung. Die Organisatoren der Fête de la musique verweisen auf eine vereinbarte Summe von 7000 Euro, die Gema fordert hingegen künftig 20.000 Euro. „Es gab bisher keine Einigung“, sagt Hofmann. Auch ein Brief von Kulturstaatssekretär Tim Renner an den Gema-Vorstand in München brachte kein neues Ergebnis. Weitere Unterstützung kann Hofmann vom Land Berlin jetzt nichjt mehr erwarten. „Notfalls müssen die zusätzlichen Kosten aus dem bestehenden Budget erwirtschaftet werden“, sagte der Sprecher der Kulturverwaltung, Günter Kolodziej. Das lasse das Budget auch zu.

Hoffmanns letzte Hoffnung ist nun die Bewilligung eines Antrages bei der Lotto-Stiftung, die die anfallenden Mehrkosten übernehmen könnte. Am 24. September wird die Stiftung darüber entscheiden. „Sagt die Lotto-Stiftung Nein, gibt es in Berlin keine Fête de la musique mehr“, sagt Hofmann.

Seeed würden das Aus des Festivals bedauern

Das weltweite Musikfest findet in mehr als 520 Städten in 106 Ländern statt, 1982 zum ersten Mal in Frankreich. In Berlin wurde das musikalische Straßenfest am 21. Juni („umsonst und draußen“) seit dem Start im Jahr 1995 von Jahr zu Jahr populärer, immer mehr Menschen kamen, anfangs waren es 4000 Zuschauer, in den vergangenen Jahren um die 100.000.

In diesem Jahr spielten Musiker, Sänger, Bands und Orchester an 110 Orten in allen zwölf Bezirken. Zu den Höhepunkten zählte der Auftritt der Berliner Band Element of Crime mit Sven Regener. Mehr als 3000 Fans waren zum Konzert der Band am Oranienplatz in Kreuzberg gekommen. Im Mauerpark feierten etwa 15.000 Besucher.

Eine erste Reaktion kommt von der Band Seeed. Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die Musiker: „Wir selbst haben dreimal auf der legendären Mauerpark-Bühne im Rahmen der Fête de la musique gespielt, und diese Konzerte gehören zu den band-geschichtlichen Highlights und bleiben unvergesslich! Berlin würde ohne die Fête etwas fehlen.“

Berliner Zeitung, [02.09.2014]

 
Ab 18 Uhr droht Chaos

Der Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für den heutigen Montag aufgerufen hat, soll auch die Berliner S-Bahn lahmlegen. „Die S-Bahn wird einbezogen. Wir haben auch dort unsere Mitglieder dazu aufgerufen, die Arbeit zwischen 18 und 21 Uhr niederzulegen“, sagte Frank Nachtigall, der Vorsitzende des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, der Berliner Zeitung.

Die Züge sollen zum Streikbeginn am jeweils nächsten S-Bahnhof halten, damit die Fahrgäste aussteigen und sich andere Fahrmöglichkeiten suchen können. „Wir werden keine Fahrgäste in Geiselhaft nehmen“, so Nachtigall. Er ging am Mittag davon aus, dass der Großteil des S-Bahn-Verkehrs unterbrochen wird. Rund 80 Prozent des Fahrpersonals bei der S-Bahn sei in der GDL organisiert. „Wir haben in den vergangenen Jahren ordentlich dazu gewonnen“, sagte er.

Kritik, dass der Streik vor allem Berufstätige treffen wird, wies der GDL-Bezirksvorsitzende zurück. „In dieser Situation können wir keinen Bereich des Bahnverkehrs ausnehmen“, sagte er. Auch der Fern-, Regional- und Güterverkehr der Deutschen Bahn sei betroffen. Im Güterverkehr werden die Auswirkungen ebenfalls gravierend sein, denn an Montagen sind mehr Güterzüge unterwegs als sonst. „Durch die Wahl des Termins haben wir schon versucht, Rücksicht auf die Pendler zu nehmen. Um 18 Uhr sind viele schon zu Hause“, so Nachtigall.

Möglichst vor 18 Uhr Ziel erreichen

S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz riet den Fahrgästen, ihr Ziel heute möglichst vor 18 Uhr zu erreichen – oder auf Fahrten mit der S-Bahn zu verzichten. „Diesen Tipp können wir unseren Fahrgästen auf jeden Fall geben“, sagte er. Wie sich der Streik konkret auswirken wird, sei für die S-Bahn Berlin GmbH noch nicht abschätzbar. „Was im Einzelnen wo passieren wird, ist nicht absehbar. Es ist aber klar, dass die Auseinandersetzung bewusst auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden soll.“ Priegnitz empfahl den Betroffenen, sich Alternativrouten zu suchen. „Wir werden alle unsere Kommunikationskanäle befüllen. Die BVG ist die wichtigste Alternative. Sie ist von dem Streik der GDL-Mitglieder nicht betroffen und fährt normal.“

Der Warnstreik am heutigen Montag könnte nicht der letzte sein, drohte die Lokführer-Gewerkschaft. Wenn die Arbeitgeberseite kein diskussionswürdiges Angebot vorlegt, werde es „zeitnah“ weitere Arbeitsniederlegungen geben, sagte Nachtigall. „Wer uns kennt, der weiß, dass wir einen sehr langen Atem haben.“ 2008 hatte es lange Streiks gegeben, die auch den Berliner Bahn- und S-Bahnverkehr lahmlegten.

Berliner Zeitung, [01.09.2014]

 
200.000 Euro Sachschaden bei Madame Tussauds

Henry Maske ist K.o. gegangen. Er fiel auf den Rücken und blieb liegen. Zu allem Überfluss verpasste der Schläger, der den Boxchampion niederstreckte, auch noch Muhammad Ali einen Hieb. Die Polizei sucht den Täter.

Es ist der 28. Mai dieses Jahres, ein Tag vor Himmelfahrt. Laut Polizeiprotokoll, das erst jetzt bekannt wurde und der Berliner Zeitung vorliegt, ist es kurz vor 18 Uhr. Ein älterer Herr, eine ältere Dame und ein etwa 30-jähriger Mann betreten das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds Unter den Linden in Mitte. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Mutter, Vater und Sohn handelt. Sie sollen gleich viel Spaß haben.

Bei Madame Tussauds, das vor allem bei Touristen beliebt ist, kann man sich zusammen mit wächsernen Stars ablichten lassen. Für das Foto mit Albert Einstein liegt eine weiße Perücke zum Aufsetzen bereit. Wer Lust hat, neben Peter Maffay zu posieren, kann sich eine Gitarre umhängen und hinter das Mikrofon stellen. Oder man zieht sich einen Boxermantel und Handschuhe an und stellt sich für ein Andenkenfoto neben Muhammad Ali. Doch was die Überwachungskameras der Ausstellung an jenem Mittwoch aufzeichnen, lässt sogar erfahrene Polizisten staunen.

Eins auf die Nase

Der junge Mann hängt sich den Mantel um und stülpt die Boxhandschuhe über. Dann gibt er Muhammad Ali so richtig eins auf die Nase. Der Vater filmt die Szene mit einer Videokamera und die Mutter stachelt ihren Sohn weiter an. Dann geht der 30-Jährige zu Henry Maske, der in schwarzem Mantel dasteht, die Fäuste erhoben, als würde er sich gerade warm machen. Mutter und Vater feuern ihren Sohn erneut an. Der schaut in die stechend blauen Augen des zwölffachen IBF-Weltmeisters im Halbschwergewicht – und gibt ihm einen kräftigen Kinnhaken. Die Wachsfigur kippt um und zerspringt in mehrere Teile. Auch das filmt der Vater. Dann geht die Familie in aller Ruhe in Richtung Ausgang.

Bevor die drei hinausschlendern, lassen sie sich noch an einem ausgestellten Trabant-Modell von einem fest installierten Fotoapparat des Wachsfigurenkabinetts ablichten. „Den Ausdruck nahmen sie mit, aber sie dachten wohl nicht daran, dass das Foto auf der Festplatte gespeichert ist“, sagt ein Ermittler.

Und so haben die Beamten ein nett anzuschauendes Farbfoto auf dem Schreibtisch liegen, das eine glückliche und vor allem harmlos anmutende Familie zeigt: Der Vater in brauner Wetterjacke hinter der geöffneten Fahrertür des Trabis. Die Mutter, eine kleine weißhaarige Frau, und ihr Sohn auf der Beifahrerseite. Der Sohn blond, mit Bärtchen und in blauer Wetterjacke. Nur die Namen kennt die Polizei nach Angaben eines Sprechers nicht. „Wir ermitteln wegen Sachbeschädigung“, sagt er. Der Sachschaden ist hoch, er liegt bei 200.000 Euro. Während Muhammad Ali nur eine relativ leichte Blessur am Kinn davon trug, erlitt Henry Maske einen Totalschaden.

Unangenehmer Vorfall

Der Sprecher von Madame Tussauds, Jonas Müller, bestätigt auf Nachfrage, dass es die Sachbeschädigung gab, möchte aber nicht weiter über den unangenehmen Vorfall reden. Er sagt nur, dass die Puppe derzeit in den Werkstätten repariert werde. „Wann sie fertig ist und wieder aufgestellt werden kann, wissen wir noch nicht.“ Henry Maske selbst äußerte sich auf Anfrage nicht. Er sei im Urlaub, hieß es von seiner Agentur in Trier.

Den letzten bekanntgewordenen Fall dieser Art hatte es im Wachsfigurenkabinett im Juli 2008 gegeben. Damals kam gleich am Eröffnungstag Adolf Hitler der Kopf abhanden. Ein Besucher riss ihn ab. Seitdem sitzt Hitler hinter Glas, fotografieren verboten. Der Attentäter wurde ermittelt. Ein Gericht verhängte gegen den arbeitslosen 42-Jährigen 900 Euro Strafe. Für das Wiederankleben des Kopfes forderte Madame Tussauds von dem Randalierer 6 325 Euro Schadensersatz.

Berliner Zeitung, [29.08.2014]

 

 
Der Chef der Stiftung Berliner Schloss Manfred Rettig schlägt Alarm

Die Überlegungen zu einem möglichen Ausstieg des Landes Berlin aus dem Schlossprojekt (Humboldt-Forum) haben die Verantwortlichen für den Neubau alarmiert. „Ich warne davor, die Planungen für das Humboldt-Forum zu ändern“, sagt das Vorstandsmitglied der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, Manfred Rettig. „Das hätte zum jetzigen Zeitpunkt fatale Folgen.“

Wie berichtet, gibt es zwischen dem Bund und dem Land Berlin informelle Gespräche über einen möglichen Rückzug Berlins aus dem Kulturprojekt auf dem Schlossplatz. Dabei geht es dem Vernehmen nach darum, dass Berlin auf 4 000 Quadratmeter Nutzfläche verzichtet, die nach den bisherigen Plänen durch die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) genutzt werden sollen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz könnte die Flächen gut für eine museale Nutzung gebrauchen.

Laut Rettig lässt sich das jedoch nicht machen. „Wir können nicht einfach eine Bibliothek durch ein Museum ersetzen“, warnt der Manager, dessen Stiftung als Bauherr für das neue Schloss fungiert. „Das ist nicht eine Sache, die man jetzt mal einfach zur Diskussion stellen kann“, sagt er. „Wir haben feste Termine. Unser Projekt liegt im Zeit- und Kostenplan.“ Für den Bau der Bibliothek im neuen Schloss seien bereits Aufträge vergeben worden. Sollte sich die Zentral- und Landesbibliothek aus dem Projekt zurückziehen, so Rettig, „würden wir einen Baustillstand und einen Planungsstillstand bekommen“. Damit wären unweigerlich auch Kostensteigerungen verbunden.

Soweit will es Rettig nicht kommen lassen. „Ich werde nicht zulassen, dass wir hier einen zweiten Flughafen bauen“, sagt er in Anspielung auf das Desaster beim Bau des BER in Schönefeld.

„Welt der Sprachen“ geplant

Die bisherige Planung für das Schloss sieht vor, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst aus Dahlem zum Schlossplatz zieht. Die Museen dürfen sich im künftigen Humboldt-Forum auf 24.000 Quadratmeter Fläche präsentieren. Der Dialog der Kulturen steht dabei thematisch im Mittelpunkt.

Die ZLB will sich passend zum Thema auf 4000 Quadratmetern mit einer „Welt der Sprachen“ präsentieren. Dabei soll es unter anderem um die interkulturelle Kommunikation gehen, heißt es: um das linguale Reden genauso wie um sprachliche Gesten und Mimiken. Die Humboldt-Universität will auf rund 1000 Quadratmetern über Ausstellungen und Veranstaltungen vermitteln, welche Rolle die Wissenschaft im Alltag spielt. Die Flächen für die Museen, die Bibliothek und die Universität sind bereits verteilt.

„Wir können jetzt nicht einfach die inhaltliche Konzeption in Frage stellen“, kritisiert denn auch Bau-Manager Rettig. Die Nutzung des Humboldt-Forums durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Zentral- und Landesbibliothek und die Humboldt-Universität sei Ergebnis eines langen Diskussionsprozesses. „Die Glaubwürdigkeit dieses Konzepts können wir nicht einfach in Frage stellen.“ Der Deutsche Bundestag habe das Konzept als Grundlage für seine Beschlüsse genommen. „Ich will Sicherheit für das Bauprojekt haben und bin froh, dass alle Verantwortlichen dies auch wollen“, sagt Rettig.

Wer die Überlegungen zu einem möglichen Rückzug Berlins aus dem Humboldt-Forum angeregt hat, ist schwer zu sagen. Von Seiten des Landes Berlin heißt es hinter vorgehaltener Hand, der Bund habe einen Rückzug des Landes angestoßen, woraufhin man sich in Senatskreisen Gedanken über die Bedingungen gemacht habe. Auf Seiten des Bundes heißt es dagegen, die Initiative sei vom Land Berlin ausgegangen – und zwar noch vor Amtsantritt des jetzigen Kulturstaatssekretärs Tim Renner. Fest steht: Eine offizielle Bestätigung für die informellen Gespräche gibt es nicht.

Die Kulturverwaltung bekräftigte zuletzt mehrmals, es gebe keine neue Sachlage. Danach gelten die geschlossenen Vereinbarungen zwischen Berlin und dem Bund. Das heißt: Das Land Berlin zahlt 32 Millionen Euro für den Bau des Humboldt-Forums und stellt sein Grundstück im Wert von rund 51 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung – im Gegenzug dürfen ZLB und Humboldt-Uni Flächen im neuen Schloss nutzen.

Kehrtwende noch möglich

Auf Seiten des Landes Berlin errechnete man einen Betrag von bis zu 83 Millionen Euro, der bei einem Rückzug vom Schlossprojekt durch den Bund ausgeglichen werden müsste. Eine Geldzahlung in dieser Höhe wird auf Bundesseite jedoch als „undenkbar“ bezeichnet. Der Bund will die Berliner Kompensationsansprüche mit dem Wert der Grundstücke der Dahlemer Museen verrechnen, die Berlin angeboten werden. Wie zu hören ist, soll der Bund aktuell den Wert der Dahlemer Grundstücke feststellen. Ein Indiz dafür, dass die Überlegungen für einen Ausstieg Berlins offenbar noch nicht beendet sind. Jedenfalls nicht auf Bundesseite.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) könnte die Flächen Berlins im Humboldt-Forum gut gebrauchen. So erklärte SPK-Präsident Hermann Parzinger am 2. Dezember 2013 bei einer Anhörung im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses: „Wenn wir mehr Fläche hätten – und ich will die Berliner Einrichtungen nicht aus dem Humboldt-Forum hinausdrängen –, dann könnten wir das Museum Europäischer Kulturen mit hineinnehmen.“

Schon vor etwa neun Monaten wurde damit ein möglicher Rückzug Berlins aus dem Projekt thematisiert, ohne ihn zu fordern. Die Äußerungen der vergangenen Tage lassen darauf schließen, dass auf Seiten des Bundes ein größeres Interesse an einem Rückzug Berlins besteht als beim Senat. Ende: offen.

Berliner Zeitung, [27.08.2014]

 

 
Sanierungsarbeiten dauern länger als geplant

Schon jetzt wird auf dem Bahnhof Friedrichstraße an allen Ecken gebaut. Bis Ende 2015 wird er eine Wanderbaustelle bleiben. Mindestens. Als Grund gibt die Deutsche Bahn (DB) nicht allein die nötige Baupfusch-Beseitigung an, die nach dem Absturz eines 20 Kilogramm schweren Betonteils in der belebten Bahnhofshalle im Dezember 2012 nun beginnen soll.

Parallel werde die Sicherheits- und Anlagetechnik modernisiert, sagte am Donnerstag der Leiter des Regionalbereichs Ost, Friedemann Keßler. Wegen der angelaufenen Arbeiten mussten schon einige der insgesamt 50 Läden schließen. Anderen steht es bevor. Und nicht alle sehen das so positiv wie der DB-Mann, der die Zwangspausen als Chance darstellt, das „Outfit moderner zu gestalten.“

Der Friseur auf der Ostseite des Bahnhofs hat schon geschlossen und weist seine Kunden darauf hin, in welchen anderen Filialen die Stammkunden ihre vertrauten Mitarbeiter finden. Bei der Reinigung nebenan hängt ein Schild mit der Schließzeit ab September im Fenster. „Das genaue Datum wissen wir von der Bahn seit einer Woche“, sagt eine Mitarbeiterin. Der Zeitpunkt sei ärgerlich, „damit geht uns das Herbst- und Wintergeschäft flöten.“ Immerhin werde hier niemand entlassen.

In der Änderungsschneiderei ein paar Schritte weiter ist dagegen von Kündigungen die Rede. „Wir sind alle genervt. Aber was soll man machen. Die Ketten-Läden können ihre Mitarbeiter teils in anderen Filialen einsetzen, aber bei den kleinen Geschäften geht das nicht.“ Auch in anderen Läden ist die Stimmung wegen der bevorstehenden, mehrmonatigen Schließungen eher angespannt. Von Entschädigungen für den Verdienstausfall sei keine Rede. Man müsse schon froh sein, wenn die Verträge überhaupt verlängert würden, berichtet ein Betroffener, der keinesfalls genannt werden will. Die geforderte Miete beziffert er auf rund 100 Euro pro Quadratmeter.

Niemand soll entlassen werden

Das hört sich bei den Verantwortlichen der Deutschen Bahn ganz anders an. Wegen zunehmender Anfragen haben sie am Donnerstag Journalisten in das ebenfalls schon geschlossen DB-Besucherzentrum geladen, um zwischen gestapelte Spanplatten und Baumaterial über den „Sachstand zu den Arbeiten im Bahnhof Friedrichstraße“ zu informieren. „Jeder von Schließung betroffene Händler bekommt eine individuell ausgehandelte Entschädigung“, sagt Heiko Jentsch, der Leiter für die Vermietung beim Regionalbereich Ost der Bahn. Das betreffe Löhne, Waren und Umsätze.

„Alle Themen wurden eingepreist und wir haben Lösungen gefunden“, betont Jentsch. „Niemand muss entlassen werden. Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst..“ Ziel sei es, die Beeinträchtigungen für die Mieter während der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Zur Höhe der im Bahnhofsbereich verlangten Mieten mag er keinerlei Angaben machen. Die seien „umsatzabhängig“.

Ob die rund anderthalb Jahre andauernden Bauarbeiten über die punktuellen Belästigungen auf dem Bahnhof hinaus den Fahrgastverkehr beeinträchtigen werden, bleibt vorerst offen. „Es kann auch mal passieren, dass ein Bahnsteig geschlossen werden muss“, sagt Regionalbereichsleiter Keßler. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen beziffert er auf rund zehn Millionen Euro. Nach Bahnangaben ist der Bahnhof Friedrichstraße mit täglich rund 210 000 Reisenden einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Berlins.

Berliner Zeitung, [28.08.2014]

 
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit tritt zum Ende des Jahres zurück

Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß hat bereits sein Interesse bekundet. Allerdings ist unklar, ob die CDU die Koalition fortführen wird. Die Grünen fordern Neuwahlen. Lesen Sie alle Ereignisse im Live-Ticker.

12.45 Uhr. Die Berliner Grünen-Politikerin Renate Künast pocht nach dem angekündigten Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters auf Neuwahlen. "Die Berliner müssen über die Zukunft Berlin selbst entscheiden dürfen", sagte Künast dem Tagesspiegel. Für ihre eigene Partei schloss Künast auch ein Schwarz-grünes Bündnis nicht aus. "Es wird mit uns keinen rot-grünen Automatismus gebe", sagte Künast. Klaus Wowereit warf sie vor "eine einzige Baustelle" zu übergeben, "vom BER bis hin zur Mietpreisbremse". Sämtliche Kernprobleme Berlins seien nicht gelöst.

12.30 Uhr. In Potsdam sortiert sich die Politik im neuen Landtag noch. Äußern will sich hier noch keiner, erst recht nicht Wowereits Amtskollege Dietmar Woidke. Die SPD will erst einmal die Rede des Regierenden hören, der sich um 13 Uhr äußern will. Auch die Linke schweigt. Sie telefonieren gerade hektisch mit Berlin, um eine gemeinsame Linie abzustimmen.

12.09 Uhr. Der Rücktrittstermin am 11. Dezember ist offenbar deswegen gewählt, weil dies der Tag der letzten Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses in diesem Jahr ist. Wenn sich die Koalition oder wer auch immer schon früher auf einen Nachfolger geeinigt hat, würde Wowereit auch früher zurücktreten, sagte Senatssprecher Richard Meng auf Anfrage. Auf die Frage der Nachfolge, sagte Meng, in jedem Fall müsse wohl ein Mitgliederentscheid über die Spitzenkandidatur erfolgen. Für Wowereit habe schon lange festgestanden, dass er nicht die volle Amtszeit Regierender bleiben wolle. Er habe aber gehofft, das erst später bekannt geben zu können.

12.05 Uhr. Dem Vernehmen nach will Klaus Wowereit in seiner Pressekonferenz um 13 Uhr auch mitteilen, wie er sich die Nachfolge im Amt des Regierenden Bürgermeisters vorstellt. Der SPD-Landeschef Jan Stöß steht dazu offenbar bereit, ob auch der SPD-Fraktionschef Raed Saleh oder Mitglieder des Senats kandidieren werden, ist noch offen. In Frage kämen Stadtentwicklungssenator Michael Müller, Arbeitssenatorin Dilek Kolat und der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum, dem allerdings der politische Rückhalt in der Berliner SPD fehlt.

Wowereit plant offenbar, seinen Nachfolger in der Abgeordnetenhaussitzung am 11. Dezember wählen zu lassen. Die CDU hat aber noch nicht bestätigt, für die rot-schwarze Koalition weiter zur Verfügung zu stehen. Die Grünen fordern bereits Neuwahlen. Demnach kommt ein fliegender Wechsel zu einem rot-grünen Regierungsbündnis mit einer Stimme Mehrheit nicht in Frage.

12.00 Uhr. Heinz Buschkowsky (SPD), Bezirksbürgermeister von Neukölln, möchte sich derzeit nicht zum Rücktritt Wowereits äußern. Sein Parteikollege Matthias Köhne (SPD), Bezirksbürgermeister in Pankow, sagte: "Es gab ja schon in den vergangenen Wochen eine öffentliche Debatte darüber dass es Entscheidungen in der SPD geben muss. Es ist immer gut wenn man solche Entscheidungen selbst trifft."

11.56 Uhr. Wissen Sie noch, wie es damals losging? Am 16. Juni 2001 hatte Klaus Wowereit seinen ersten Arbeitstag als Regierender Bürgermeister von Berlin.

11.50 Uhr. Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh will zum Rücktritt Wowereits erst am frühen Nachmittag ein Statement abgeben, teilte die Pressestelle der Abgeordnetenhausfraktion mit. Ob er sich auch um die Nachfolge für das Amt des Regierenden Bürgermeisters bewerben will, ist derzeit noch unklar. Bewerben will sich offensichtlich Jan Stöß: Nach Tagesspiegel-Information will der Landesvorsitzende der SPD dies dem Landesvorstand am Nachmittag vorschlagen.

11.46 Uhr. Die Grünen fordern Neuwahlen in Berlin. Die Fraktionsvorsitzende Ramona Pop sagte dem Tagesspiegel: "Denn es wäre angemessen und richtig, dass die Berliner entscheiden, wer die Stadt weiter regiert. Es kann nicht sein, dass SPD und CDU dies untereinander ausmachen."

Darüber hinaus äußerte Pop "Respekt vor der Entscheidung Wowereits, er hat seine Verdienste für die Stadt, aber hinterlässt nun auch ein schweres Erbe. Damit meine ich nicht nur den Flughafen BER."

11.36 Uhr. Klaus Lederer, Landesvorsitzender der Linken in Berlin, spekulierte über ein mögliches Ende der Koaltion aus SPD und CDU: "Es ist ja bekannt, dass diese Stadt seit geraumer Zeit grottenschlecht regiert wird und der Vorrat an Gemeinsamkeiten zwischen SPD und CDU aufgebraucht ist."

11.30 Uhr. "Das klärt jetzt viel, die Entscheidung müssen wir respektieren, es gab parteiintern eh viele Diskussionen in den letzten Monaten", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Spandau / Charlottenburg-Nord, Swen Schulz. "Wichtig ist jetzt, dass schnell eine stabile Entscheidung in der SPD über die Nachfolge gefällt wird. Und die CDU muss rasch entscheiden, ob sie die Koalition mit der SPD in Berlin fortsetzen will. Die Stadt muss stabil weiterregiert werden."

11.22 Uhr. Martin Delius von der Piratenpartei und Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses, äußerte sich auf Twitter zum Wowereit-Rücktritt. "Nicht die Zeit für Schadenfreude. Wir haben einen Haushalt zu machen. Auf wenn können sich SPD/CDU einigen? Gab es Vorgespräche?

11.15 Uhr. Die Nachricht machte am Dienstagvormittag die Runde: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will offenbar zum Jahresende zurücktreten. Das erfuhr der Tagespiegel am Dienstag aus Senatskreisen, nachdem zuvor verschiedene Medien darüber berichtet hatten.

Ein SPD-Kreisvorsitzender bestätigte dem Tagesspiegel, Wowereit werde heute um 13 Uhr bekannt geben, dass er "Mitte Dezember" zurücktreten wird. Dies hat Wowereit dem Landesvorsitzenden Jan Stöß mitgeteilt. Ab 15 Uhr tagt der SPD-Landesvorstand, um alles weitere zu besprechen.

Die SPD Bundestagsabgeordnete Eva Högl sagte dem Tagesspiegel: "Das ist doch in Ordnung. Das bringt Bewegung in die Sache." Högl hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, dass sie selbst nicht als Spitzenkandidatin zur Verfügung steht.

Nachfolger will offensichtlich Jan Stöß werden, nach Tagesspiegel-Information will der Landesvorsitzende der SPD dies dem Landesvorstand am Nachmittag vorschlagen.

Der neue Regierende Bürgermeister soll in der Abgeordnetenhaussitzung am 11. Dezember gewählt werden.

Der Tagesspiegel, [26.08.2014]

 

 
Die Decke ist löchrig, Geschäfte sind geschlossen

Die Bahn schweigt – und das sagt viel. Denn wenn das Unternehmen vor großen Problemen steht, versuchen die Bahner meist, sie möglichst lange unter der Decke zu halten. Wie jetzt am Bahnhof Friedrichstraße. Nach Tagesspiegel-Informationen sind dort die baulichen Probleme erheblich größer, als nach dem Absturz eines Betonbrockens im Dezember 2013 vermutet worden war. Wahrscheinlich muss die Station aufwendig saniert werden. Selbst die Reparaturarbeiten sind noch nicht beendet. Jetzt mussten weitere Geschäfte geschlossen werden.

Ein Insider sagt: "Da kommt was auf uns zu"

Auf Anfrage teilte die Bahn lediglich mit: „Die Infrastruktur des Bahnhofs Friedrichstraße soll von Grund auf und systematisch verbessert werden.

Dazu befinden wir uns derzeit größtenteils in der Planung. Genauere Aussagen sind erst nach Abschluss dieser Planungsphase möglich. Bis dahin werden in Teilbereichen des Bahnhofs diverse Anpassungsarbeiten notwendig sein.“ Weitere Angaben gab es nicht. Ein Insider allerdings sagte dem Tagesspiegel: „Da kommt was auf uns zu.“

Mitten in der belebten Halle war am 13. Dezember 2012 ein rund 20 Kilogramm schwerer Betonbrocken an der Decke abgebrochen, hatte eine Rigips-Zwischendecke durchschlagen und war auf den Fußboden geknallt und dort zerbrochen. Nur durch viel Glück gab es keine Verletzten. Wie sich dann herausstellte, war bei der Sanierung des Gebäudes in den 90er Jahren der Beton – entgegen den Vorschriften – an den sogenannten Gleiströgen angebracht worden, die wie Brücken den Bahnhof durchqueren. Auf diesen Trögen liegen auch die Bahnsteigplatten auf. Der Beton verhinderte nach Angaben der Bahn nun, dass sich bei Temperaturschwankungen oder auch bei Zugfahrten der Stahl bewegen konnte. Durch die Spannung war es wahrscheinlich zum Absturz gekommen.

Insgesamt gibt es nach Angaben eines Sprechers 244 sogenannte Auflagenstellen für die Querträger in der Halle, die die Bahnsteigplatten tragen. Dort soll es die großen Probleme geben. Ob der Bahnhof – wie bei der Sanierung vor fast 15 Jahren – weitgehend entkernt werden muss, wird sich zeigen, wenn die Bahn Einzelheiten nennen wird.

In der Halle stehen immer noch Gerüste

Zu sehen war von dem Baumurks nichts, denn die Gleiströge und Bahnsteigplatten sind durch die Zwischendecke verdeckt. Kontrollluken in der Decke gab es nicht. Jetzt ist die Zwischendecke löchrig; die für die Kontrolle und die Reparatur angebrachten Luken sind nur notdürftig durch Planen verdeckt. Auch Gerüste stehen immer noch in der Halle; die offene Seite der Zwischenetage zur Halle ist zum Teil mit Holzplatten verkleidet.

Befragte Angestellte wussten nicht, was noch auf sie zukommen kann oder wollten – wie die Bahn – gar nichts sagen. Auch Informationen an den geschlossenen Geschäften sind rar. Am asiatischen Imbiss heißt es, das Geschäft sei „wegen umfangreicher Modernisierungsarbeiten durch die Deutsche Bahn“ geschlossen; am Backwarenstand steht, er sei wegen Bauarbeiten der Deutschen Bahn dicht. Geschlossen ist auch das Reisezentrum, in dem nun Gerüstteile lagern. Und wegen „Modernisierungsarbeiten“ ist auch die WC-Anlage im Untergeschoss zu.

Doch nicht nur am Bahnhof Friedrichstraße hält sich die Bahn mit Informationen zurück. Auch am Bahnhof Zoo deutet sie seit Jahren nur an, wie sie sich dort den Umbau vorstellt. Heller und größer soll der Ladenbereich werden, auch ohne den Halt von Fernzügen sind alle Geschäfte vermietet. Und auch das seit Jahren geschlossene Restaurant soll wiederbelebt werden, einschließlich der Terrasse, die wieder offen werden soll. Die Arbeiten sollen 2015 beginnen. Das immerhin hat die Bahn inzwischen offiziell bestätigt.

Der Tagesspiegel, [25.08.2014]

 
Neues Einkaufszentrum am Rathausforum

Lange hatte man gerätselt, warum und weshalb und wofür dieses neue, schwarz gekleidete Gebäude westlich vom Alexanderplatz, zwischen Fernsehturm und Cubix-Kino, eigentlich gedacht ist. Inzwischen ist klar: Am heutigen Donnerstag um neun Uhr hat das größte Geschäft des Hauses, TK-Maxx, eröffnet. Am Eingang prangt die Losung „Was weg ist, ist weg!“

Normalerweise könnte man auch denken: Wer weg ist, ist weg. Denn hier am Rathausforum zwischen Rotem Rathaus und Alexanderplatz ist die Zeit ein wenig stehen geblieben.

Noch immer prägen die breiten Bürgersteige und die betongrau eingefassten, aber bunt bepflanzten Hochbeete das Bild vor den Hochhäusern aus DDR-Zeiten, die sich am Fernsehturm entlangziehen. Doch, ob man es glaubt oder nicht: Das hier ist eine Flaniermeile für Berlin-Besucher geworden. An einem ganz normalen Wochentag herrscht mittags um eins Trubeltreiben vor den Geschäften.

Natürlich sind viele Läden hier eher kleinteilig, aber eben doch zweckmäßig wie das ganze Gelände. Viele Menschen halten sich hier auf – vielleicht auch, weil hier einem mal keine Baustelle den Boden unter den Füßen aufreißt und sich der Touristentreck zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz ein wenig ausruhen kann – mit Blick auf den Neptunbrunnen und die Kaskaden vor dem Fernsehturm.

„Alles für die Berliner!“

Bis 2030 soll hier nun nichts verändert werden, die Stadt hat die Verträge dafür gemacht, deshalb wird vorerst an dieser Stelle keine neue alte historische Mitte entstehen. Vielleicht reicht das, was hier ist, aber einfach aus. Es wäre nur schön, wenn die Stadtreinigung öfter einmal vorbeischauen würde.

Irgendwie passt das neue schwarze Gebäude hier ganz gut her in seiner schlichten Zweckmäßigkeit. Die garantiert echt italienische Gelateria La Luna kredenzt jetzt schon Eisbecher so breit wie hoch. Und ganz putzig macht sich ein Eckladen zur Rathausstraße hin – „La cure Gourmand“, das Geschäft eines Keksherstellers aus Südfrankreich, wo sich bunte Keksdosen und süße Delikatessen bis zur Decke stapeln. Ein Bauleiter, der die Warenanlieferung für noch ein Berlin-Souvenirgeschäft dirigiert, schwärmt von der glatten schwarzen Fassade, an der die Firmenbezeichnungen in goldener Farbe einen belebenden Kontrast bilden. „Alles für die Berliner!“, sagt er auf Schwäbisch.

Mit dem „Schwarzbau“ Alea und dem gut besuchten Rathausforum wächst der Alexanderplatz über seine von der S-Bahn begrenzte Fläche hinaus, reckt und dehnt sich gen Westen quasi bis zur Spree. Ein Menschenstrom schiebt sich ohne Pause vom Alex am Fernsehturm vorbei bis zum Neptunbrunnen und weiter zu den „Linden“. Das namenlose Marx-Engels-Forum (sagt kein Mensch) ist lang und breit genug zum Verweilen mit heiß gelaufenen Füßen. Bänke, Bäume, Rosenbeete, die Wasserspiele am Fernsehturm, ein wenig Ruhe im Großstadtgetriebe.

Neptunbrunnen längst Wahrzeichen der Stadt

Die Leute suchen sich ihr Plätzchen, umkurven die U-Bahn-Baustellen mit ihren roten Rohrschlangen und Zäunen, finden besinnliche Minuten in St. Marien und landen am Neptunbrunnen, der inzwischen, gegenüber dem Rathaus, ein Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Er steht, mitten auf dem Touristenpfad, genau an der richtigen Stelle. Was soll er vor dem Schloss, ohne Funktion, ohne Sinn?

Heute umspült kein Wasser Neptuns Schenkel, und die einzigen Berlinerinnen, die den Rand halten (alter Witz!), also die vier von Reinhold Begas geschaffenen Gespielinnen des Wassergotts, sitzen auf dem Trockenen. Dafür klettern Kinder auf die Füße der Damen mit Schuhgröße 80 XXL. Auf den Bänken sitzt ein Pärchen, zusammen 120 Jahre alt, er spielt mit der Gitarre ein französisches Chanson, beide singen, so gut es geht. Bald haben sie ein Frühstück zusammengesäuselt.

Und wer keine Lust mehr aufs Shoppen oder auf 150 Minuten Wartezeit beim Fernsehturm hat, sondern in angenehmer Kühle statt Berlin von oben einen Film ansehen möchte, der geht einfach ins Cubix gegenüber dem neuen schwarzen Kaufhaus-Obelisk, in dem man übrigens auch in den zwei oberen Geschossen eine Wohnung mieten kann. „Täglich ab 11 Uhr Kino!“ steht über dem Eingang des Gebäudes, das sich als älterer Bruder des neuen schwarzen Kubus fühlen darf. Heute gibt es um elf „Ab durch den Dschungel“, und um halb zwölf „Das magische Haus“.

Der Tagesspiegel, [21.08.2014]

 
Wohnen in Berlin wird immer teurer

Wer im vergangenen Jahr eine neu gebaute Wohnung in Berlin angemietet hat, musste dafür im Schnitt 10,80 Euro je Quadratmeter (kalt) bezahlen – acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus der am Mittwoch präsentierten Studie „Die Immobilienmärkte in der Metropolregion Berlin-Potsdam“ hervor, die das Analysehaus Bulwiengesa im Auftrag der Berliner Volksbank und der Hochtief Projektentwicklung erstellt hat.

Berlin ist weiter beliebt. „Der bereits seit einigen Jahren zu beobachtende Trend zurück in die Stadt hat sich weiter verstärkt“, sagte Gordon Gorski, Niederlassungsleiter von Hochtief Projektentwicklung.

Mietanstieg wird sich fortsetzen

Der Mietanstieg wird sich der Studie zufolge in diesem Jahr fortsetzen. Wer 2014 in Berlin eine neu errichtete Wohnung als Erstmieter bezieht, wird im Schnitt 11,13 Euro je Quadratmeter zahlen müssen. Zum Vergleich: In Potsdam wurden neu errichtete Wohnungen im vergangenen Jahr für durchschnittlich 10,20 Euro je Quadratmeter vermietet, in diesem Jahr erwartet Bulwiengesa dort einen Anstieg auf 10,51 Euro je Quadratmeter.

Eigentumswohnungen in Neubauten kosteten in Berlin im vergangenen Jahr im Schnitt 3700 Euro je Quadratmeter, in Potsdam 3400 Euro. Bulwiengesa rechnet damit, dass die Quadratmeterpreise in diesem Jahr in Berlin im Schnitt auf 3889 und in Potsdam auf 3568 Euro anziehen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies in Berlin einen Anstieg um zirka 11 Prozent und für Potsdam um etwa 9,8 Prozent.

Andere Städte noch teurer

Wer sich Wohneigentum zulegen will, muss in Berlin und Potsdam in Bezug auf das Jahreseinkommen weniger bezahlen als in anderen Städten. So müssen laut der Studie Käufer in Potsdam für den Erwerb von Wohneigentum durchschnittlich 6,5 Jahres-Durchschnittsgehälter aufbringen, in Berlin sind es 7,8-Jahres-Durchschnittsgehälter. In München (11,7), Frankfurt am Main und Stuttgart (beide 8,7) liegen die Werte deutlich höher. Hamburg (7,9) rangiert in etwa auf Berliner Niveau.

In der Metropolregion Berlin-Potsdam sind laut Bulwiengesa seit 2011 bis 2018 Bauprojekte im Wert von 26,1 Milliarden Euro geplant. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, in dem die Vorhaben für den Zeitraum von 2010 bis 2017 erfasst wurden, sind damit Projekte im Wert von 3,7 Milliarden Euro hinzu gekommen. Ein Teil der Vorhaben ist in Bau, ein anderer Teil bereits fertiggestellt oder noch in Planung.

Mit 66 Prozent entfällt der Großteil der geplanten Neubauflächen in Berlin auf das Wohnsegment. Das entspricht einem Plus von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verfügbare Flächen im Zentrum werden jedoch knapp. Die Projektentwickler weichen deswegen verstärkt auf Bezirke wie Lichtenberg und Treptow-Köpenick aus.

Nach Wohnungen werden am zweithäufigsten Büros gebaut. Der Anteil der Büros an den geplanten Projekten hat sich jedoch verringert. Die Studie erwartet eine weitere Verknappung mit steigenden Mieten. „Jetzt achtet auch mal auf den Büromarkt“, empfiehlt Bulwiengesa-Chef Andreas Schulten.

Berliner Zeitung, [20.08.2014]

 
4-Gänge-Galadinner im Holiday Inn Berlin-Mitte

Sie sind noch auf der Suche nach einem passenden Restaurant, um mit Ihrer Familie oder Ihren Freunden in das neue Jahr 2015 reinzufeiern? Wie wäre es mit einem festlichen 4-Gänge-Galadinner im Hotelrestaurant "Movie" des Holiday Inn Berlin-Mitte?

Folgendes Menü wird Ihnen zu Silvester 2014 angeboten:

Aperitif

1 Glas Fürst von Metternich Riesling Sekt, trocken


4-Gänge-Galadinner

Vorspeise

Carpaccio von Wildschweinschinken und geräucherter Entenbrust
mit Preiselbeer-Confit und Wildkräuterbukett

***

Suppe

Tomaten-Consommé mit feinen Pistazien-Grießklößchen

***

Hauptgang

Tranchen vom geschmorten Rinderlendenbraten in Burgundersauce
mit feinem grünen Thai-Spargel
und tournierten Süßkartoffelscheiben

***

Dessert

Schokoladen-Pfefferminz-Parfait mit Kompott von roten Quitten


für 65,00 EUR pro Person

Gern können Sie unter der Telefonnummer 030 46003-907 Ihre Reservierung vornehmen.

Oder senden Sie eine E-Mail an info@hiberlin.de.

Das Team vom Holiday Inn Berlin-Mitte freut sich auf Ihre Anfrage und Ihren Besuch!

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Einkaufszentrum am Leipziger Platz

Nun ist es spruchreif: Bauherr Harald Huth hat erwartungsgemäß den 25. September als neuen Eröffnungstag der großen „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz bekannt gegeben. Der ursprünglich geplante Termin im Mai war wegen Bauverzögerungen verschoben worden.

Bereits vor einer Woche hatten die rund 270 Mieter auf der Center-Baustelle am Leipziger Platz in Mitte per Rundmail erfahren, dass die im Mai verschobene Eröffnung voraussichtlich am 25. September möglich sei. Am Freitag bestätigte der Bauherr Harald Huth den Termin in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig wollen ein „Motel One“-Hotel mit rund 250 Zimmern und ein Fitnessstudio der Marke „Hard Candy“ aufmachen.

Etwa 270 Wohnungen am Leipziger Platz „werden voraussichtlich in den ersten drei Monaten des nächsten Jahres fertiggestellt sein“, hieß es weiter.

Hinsichtlich der Zahl der Läden und Lokale wird das Einkaufszentrum das größte Berlin. Nur bei der Verkaufsfläche liegt es mit 76 000 Quadratmetern hinter den Neuköllner Gropius-Passagen, die 85 000 Quadratmeter messen und in den 1990er Jahren Huths erstes Shoppingcenter-Projekt waren. Später baute er außerdem das Zentrum „Das Schloss“ in Steglitz.

Am Leipziger Platz ist aber noch gar nicht Schluss: Huth und seine arabischen Finanzpartner haben dort bereits Nachbargebäude erworben, um noch mehr Läden anzusiedeln. Nur wann damit begonnen wird, ist bisher unbekannt.

Der jetzige Centerbau öffnet auf einem historischen Grundstück, an gleicher Stelle stand einst ein berühmtes Wertheim-Warenhaus. Daran wird im Neubau mit alten Fotos an einigen Wänden erinnert.

Nach der wegen Bauverzögerungen und Brandschutzproblemen abgesagten Eröffnung im Mai hatten sich Händler verärgert gezeigt, weil sie bereits Miete zahlen mussten. Manche hatten auch schon Personal angestellt und Ware eingelagert. Später einigte sich Huth mit einigen der Betroffenen darauf, die Mietzahlungen vorläufig auszusetzen.

Übrigens plant die „Mall of Berlin“ außergewöhnliche Öffnungszeiten: In einem Mietvertrag, der dem Tagesspiegel vorliegt, wird montags bis sonnabends von 9 bis 22 Uhr als „Kernöffnungszeit“ genannt. So lange verkauft kein anderes Center der Stadt. Zum Beispiel bedienen die nahen Potsdamer-Platz-Arkaden und das Alexa-Center am Alexanderplatz ihre Kunden in der Regel bis 21 Uhr.

Der Tagesspiegel, [16.08.2014]; Foto: Promo