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Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel? Oder geht es nicht auch mit einer abgespeckten Version, deren Vollendung späteren Generationen überlassen wird? Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einer Woche im Tagesspiegel bezweifelt, dass die Spenden ausreichen würden, um eine historische Kuppel zu bauen, nachdem von den 80 Millionen Euro, die der Förderverein Berliner Schloss zugesagt hat, erst eine Million gesammelt sei.

Das Schloss, ab 1700 durch Andreas Schlüter und später Eosander von Göthe ausgebaut, kam fast 150 Jahre ohne Kuppel aus. Friedrich August Stüler fügte sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts hinzu, um der gewaltigen Baumasse eine Richtung und einen Abschluss zu geben. Der Bundestag hat 2002 festgelegt, dass drei der vier historischen Fassaden wiedererrichtet werden müssen, eine Kuppel jedoch nur als „wünschenswerte Möglichkeit“ bezeichnet. Allerdings war die Kuppel fester Bestandteil des Entwurfs von Franco Stella, der 2008 – ebenfalls vom Bundestag – als Wettbewerbssieger gekrönt wurde.

In dem Gesamtetat für das Projekt von 552 Millionen Euro sind sieben Millionen fest vorgesehen für das tragende Gerüst der Kuppel, die in der Vollversion allerdings 15 Millionen kosten würde. Die Differenz müsste vermutlich durch die Spenden bezahlt werden, was allerdings so nirgendwo festgelegt ist. Die Bauherrin, die 2009 gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, sagt jedenfalls, dass nach aktuellem Stand nur eine kleine Kuppel möglich wäre, die das historische Vorbild höchstens zitiert.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins, ist zuversichtlich, dass die Spenden erst nach Baubeginn so richtig fließen werden. Bereits jetzt hätte sein Verein deutlich mehr als eine Million Euro gesammelt, nämlich zwölf Millionen, von denen allerdings erst eine Million an die Stiftung übergeben worden sei. „Peter Ramsauer war falsch informiert, aber ich mache ihm keinen Vorwurf, er ist ja eigentlich für Verkehr zuständig“, so von Boddien.

Dem Berliner Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland (Grüne) zufolge gibt es im Parlament eine Mehrheit für die Kuppel: „Viele Abgeordnete sind inzwischen auch mental in Berlin zu Hause und haben sich die Hauptstadt angeeignet“, so Wieland. Dass die meisten von ihnen lieber acht Kilometer Autobahn statt einer Kuppel hätten, wie Ramsauer behauptet, hält er für „nicht zutreffend und außerdem einen Rückfall ins Denken der 60er Jahre.“ Allerdings teile er Ramsauers Skepsis, was den Spendenfluss angeht. Monika Grütters (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses, plädiert für eine vollständige Kuppel: „Wir sollten sie auf jeden Fall bauen. Die Kuppel prägt den Charakter des ganzen Schlosses, und wir sehen ja am Dach des Hauptbahnhofs, dass eine Sparversion schnell zur Dauereinrichtung werden kann.“ Einer so großartigen Idee wie der Präsentation außereuropäischer Kulturen auf dem zentralen Platz der Republik dürfe man keine kleingeistige äußere Gestalt geben.

Pro
Beim Kölner Dom hat es nach der Grundsteinlegung 1248 über 600 Jahre gedauert, bis er fertig gebaut war. So kann man es natürlich auch mit dem Berliner Stadtschloss halten. Erst skizzieren wir architektonisch den Grundriss, ohne barocke Kuppel und Fassade. Je nach Finanzlage wird im Laufe der Jahrzehnte (Jahrhunderte?) das eine oder andere angebaut. Angesichts des Schuldenbergs der Republik ist absehbar, dass dies ein Projekt mit Ewigkeitswert wird. Irgendwie reizvoll, der Gedanke, aber nicht im Sinne des Erfinders. Der Wille des Bundestags war eindeutig, das Stadtschloss in historischer Form, wenn auch nicht originalgetreu wiederaufzubauen. Ein Neubau war eben nicht gewollt, und deshalb macht sich der Bund nicht nur unglaubwürdig, sondern auch lächerlich, im Herzen der Republik einen Kasten hinzusetzen, in dem das Alte nicht erkennbar wird, der aber auch nichts wirklich Neues ist. Die Kuppel war, da helfen keine Ausflüchte, das Wahrzeichen des Schlosses, ein Kernbestandteil seiner Architektur. Das kann man nicht weglassen oder durch einen Billigersatz andeuten. Das wäre genauso peinlich, wie nach vielen Jahren international beachteter Planungen für die Mitte der Hauptstadt aus finanziellen Gründen den Rollrasen liegen zu lassen. Wahrhaftig ein Armutszeugnis.
Ulrich Zawatka-Gerlach


Contra
Nein, es ist kein Geld für die Kuppel da. Gewiss, in das Budget wurden ein paar Milliönchen eingestellt. Aber die reichen nur für eine Kuppel „light“. Das ist so geschmacklos wie entrahmter Joghurt mit Kunstaroma und Süßstoff. Die Planer sagen es so: „Im Budget ist eine vereinfachte Kuppel enthalten, die die Umrisse der historischen Kuppel nachvollzieht.“ Wir werden also nachvollziehen können, wie eine Kuppel wäre, wenn man sie gebaut hätte. Virtuos virtuell, könnte man höhnen, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Denn eines ist klar: Wenn der Beton-Ornat ohne Ornamente erst mal draufsitzt, dann wird ihn niemand mehr abreißen. Die Schlossgegner würden dann triumphieren über den Anblick im Herzen der Stadt. Also bitte: Baut das Schloss oben ohne! Denn die Blöße, die sich Bund und Länder damit geben, würde den Druck auf die Spendenbereitschaft erhöhen. Sehr bald wäre dann das Geld da für ein würdiges, ein vollständiges Schloss mit historischer Kuppel. Technisch ist ein Schloss-Bau in Etappen kein Problem. Warum also nicht die Vollendung des Werks künftigen Generationen überlassen? „Die Unvollendete“ ist schließlich auch nur deshalb so großartig, weil Franz Schubert sie von Anfang an groß dachte. Aber im Gegensatz zu der Sinfonie ließe sich das unvollendete Schloss vollenden.
Ralf Schönball
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Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel?
Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel? Oder geht es nicht auch mit einer abgespeckten Version, deren Vollendung späteren Generationen überlassen wird? Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einer Woche im Tagesspiegel bezweifelt, dass die Spenden ausreichen würden, um eine historische Kuppel zu bauen, nachdem von den 80 Millionen Euro, die der Förderverein Berliner Schloss zugesagt hat, erst eine Million gesammelt sei.

Das Schloss, ab 1700 durch Andreas Schlüter und später Eosander von Göthe ausgebaut, kam fast 150 Jahre ohne Kuppel aus. Friedrich August Stüler fügte sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts hinzu, um der gewaltigen Baumasse eine Richtung und einen Abschluss zu geben. Der Bundestag hat 2002 festgelegt, dass drei der vier historischen Fassaden wiedererrichtet werden müssen, eine Kuppel jedoch nur als „wünschenswerte Möglichkeit“ bezeichnet. Allerdings war die Kuppel fester Bestandteil des Entwurfs von Franco Stella, der 2008 – ebenfalls vom Bundestag – als Wettbewerbssieger gekrönt wurde.

In dem Gesamtetat für das Projekt von 552 Millionen Euro sind sieben Millionen fest vorgesehen für das tragende Gerüst der Kuppel, die in der Vollversion allerdings 15 Millionen kosten würde. Die Differenz müsste vermutlich durch die Spenden bezahlt werden, was allerdings so nirgendwo festgelegt ist. Die Bauherrin, die 2009 gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, sagt jedenfalls, dass nach aktuellem Stand nur eine kleine Kuppel möglich wäre, die das historische Vorbild höchstens zitiert.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins, ist zuversichtlich, dass die Spenden erst nach Baubeginn so richtig fließen werden. Bereits jetzt hätte sein Verein deutlich mehr als eine Million Euro gesammelt, nämlich zwölf Millionen, von denen allerdings erst eine Million an die Stiftung übergeben worden sei. „Peter Ramsauer war falsch informiert, aber ich mache ihm keinen Vorwurf, er ist ja eigentlich für Verkehr zuständig“, so von Boddien.

Dem Berliner Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland (Grüne) zufolge gibt es im Parlament eine Mehrheit für die Kuppel: „Viele Abgeordnete sind inzwischen auch mental in Berlin zu Hause und haben sich die Hauptstadt angeeignet“, so Wieland. Dass die meisten von ihnen lieber acht Kilometer Autobahn statt einer Kuppel hätten, wie Ramsauer behauptet, hält er für „nicht zutreffend und außerdem einen Rückfall ins Denken der 60er Jahre.“ Allerdings teile er Ramsauers Skepsis, was den Spendenfluss angeht. Monika Grütters (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses, plädiert für eine vollständige Kuppel: „Wir sollten sie auf jeden Fall bauen. Die Kuppel prägt den Charakter des ganzen Schlosses, und wir sehen ja am Dach des Hauptbahnhofs, dass eine Sparversion schnell zur Dauereinrichtung werden kann.“ Einer so großartigen Idee wie der Präsentation außereuropäischer Kulturen auf dem zentralen Platz der Republik dürfe man keine kleingeistige äußere Gestalt geben.

Pro
Beim Kölner Dom hat es nach der Grundsteinlegung 1248 über 600 Jahre gedauert, bis er fertig gebaut war. So kann man es natürlich auch mit dem Berliner Stadtschloss halten. Erst skizzieren wir architektonisch den Grundriss, ohne barocke Kuppel und Fassade. Je nach Finanzlage wird im Laufe der Jahrzehnte (Jahrhunderte?) das eine oder andere angebaut. Angesichts des Schuldenbergs der Republik ist absehbar, dass dies ein Projekt mit Ewigkeitswert wird. Irgendwie reizvoll, der Gedanke, aber nicht im Sinne des Erfinders. Der Wille des Bundestags war eindeutig, das Stadtschloss in historischer Form, wenn auch nicht originalgetreu wiederaufzubauen. Ein Neubau war eben nicht gewollt, und deshalb macht sich der Bund nicht nur unglaubwürdig, sondern auch lächerlich, im Herzen der Republik einen Kasten hinzusetzen, in dem das Alte nicht erkennbar wird, der aber auch nichts wirklich Neues ist. Die Kuppel war, da helfen keine Ausflüchte, das Wahrzeichen des Schlosses, ein Kernbestandteil seiner Architektur. Das kann man nicht weglassen oder durch einen Billigersatz andeuten. Das wäre genauso peinlich, wie nach vielen Jahren international beachteter Planungen für die Mitte der Hauptstadt aus finanziellen Gründen den Rollrasen liegen zu lassen. Wahrhaftig ein Armutszeugnis.
Ulrich Zawatka-Gerlach


Contra
Nein, es ist kein Geld für die Kuppel da. Gewiss, in das Budget wurden ein paar Milliönchen eingestellt. Aber die reichen nur für eine Kuppel „light“. Das ist so geschmacklos wie entrahmter Joghurt mit Kunstaroma und Süßstoff. Die Planer sagen es so: „Im Budget ist eine vereinfachte Kuppel enthalten, die die Umrisse der historischen Kuppel nachvollzieht.“ Wir werden also nachvollziehen können, wie eine Kuppel wäre, wenn man sie gebaut hätte. Virtuos virtuell, könnte man höhnen, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Denn eines ist klar: Wenn der Beton-Ornat ohne Ornamente erst mal draufsitzt, dann wird ihn niemand mehr abreißen. Die Schlossgegner würden dann triumphieren über den Anblick im Herzen der Stadt. Also bitte: Baut das Schloss oben ohne! Denn die Blöße, die sich Bund und Länder damit geben, würde den Druck auf die Spendenbereitschaft erhöhen. Sehr bald wäre dann das Geld da für ein würdiges, ein vollständiges Schloss mit historischer Kuppel. Technisch ist ein Schloss-Bau in Etappen kein Problem. Warum also nicht die Vollendung des Werks künftigen Generationen überlassen? „Die Unvollendete“ ist schließlich auch nur deshalb so großartig, weil Franz Schubert sie von Anfang an groß dachte. Aber im Gegensatz zu der Sinfonie ließe sich das unvollendete Schloss vollenden.
Ralf Schönball

Der Tagesspiegel, [07.03.2010]

 

 
Osterbrunch & 3-Gang Menü mit Blick auf die Spree - Restaurant HEat
Osterbrunch am 4. April und 3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April

Genießen Sie das Osterfest mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch mit Live-Musik. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen.
Osterbrunch am 4. April und 3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April

Genießen Sie das Osterfest mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch mit Live-Musik. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen.

Osterbrunch am 4. April 2010 von 12.00 bis 15.00 Uhr

Verbringen Sie den Ostersonntag gemütlich mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch im Restaurant HEat. Genießen Sie das Brunchbüffet inklusive Live-Musik mit Blick auf die Spree und den Berliner Dom. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen. Bei sonnigem Wetter und frühlingshaften Temperaturen lädt die große Terrasse zum Verweilen ein.

Hier ein Auszug vom Buffet:

Live-Station mit Sushi von Lachs, Tandoori Hühnchen, Krebsfleisch, Ingwer, Avocado / Eingelegte Heringe in Tomaten-Curry-Dillmarinade / Rettich-Melonensalat mit herzhaften Serrano Schinken / Hausgeräucherte Weidelammhüften auf Frühlings-Linsengemüse / Frische Austern am Gast überbacken / Antipasti von jungem Gemüse / Cremesuppe vom Feldsalat an Speckcroutons / Mariniertes Lamm und Hühnerfleisch aus dem Original Tandoorofen / Naan-Brot mit verschiedenen Joghurtsaucen / Saltimbocca vom Kalb an Broccoli und Sauce Hollandaise / Atlantischer Tiefseewels auf feinem Lauchrahmgemüse / Provenzalische Lammkeule aus dem Rotisol / Minigemüse und Muschelnudeln im eigenen Sud aus dem Holzofen / Pasta mit zwei verschiedenen Saucen / Dessertbuffet aus der hauseigenen Patisserie

Das Brunchbüffet kostet pro Person EUR 45,00 inklusive einem Glas Sekt, Säften, Tee und Kaffee. Kinder in Begleitung Ihrer Eltern bis 6 Jahre speisen kostenfrei und Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren bezahlen EUR 19,00.


3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April 2010 von 12.00 bis 23.00 Uhr

- Crépinette vom Lammrücken mit grünem Spargel an Feldsalat, Wachtelei und Trüffel
- Gesottene Ochsenbacken in Portweinjus an Karotten-Apfel Tarte und Kartoffel Soufflé
- Schneeweißes Mandelmilchtörtchen im Frühlingsmeer

Pro Person EUR 43,00

Das 3-Gang Ostermenü ist nicht verfügbar während des Osterbrunchs.

Hier geht’s zum Osterarrangement inklusive Osterbrunch:

http://www.radissonblu.de/hotel-berlin/sonderangebote/ostern-berlin

 
Großes Bett für kleines Geld
In Mitte eröffnet heute das "Easyhotel" – eine von vielen günstigen Herbergen

Die Dusche ist vom Bett nicht mal einen Katzensprung entfernt, vorausgesetzt es handelt sich um eine kleine Katze, denn eine große könnte zum Sprung gar nicht erst ansetzen.
In Mitte eröffnet heute das "Easyhotel" – eine von vielen günstigen Herbergen

Die Dusche ist vom Bett nicht mal einen Katzensprung entfernt, vorausgesetzt es handelt sich um eine kleine Katze, denn eine große könnte zum Sprung gar nicht erst ansetzen. Die Zimmer im neuen „Easyhotel“ sind maximal zehn Quadratmeter groß, Tisch und Schrank sucht man hier vergeblich, Dusche und Bett sind lediglich durch eine Glaswand voneinander getrennt. Das Gute an der minimalistischen Einrichtung ist ihr minimalistischer Preis: Wer früh genug bucht, zahlt gerade mal 20,10 Euro für eine Übernachtung.

Heute eröffnet Deutschlands erstes „Easyhotel“ am Rosenthaler Platz in Mitte. In London, Bulgarien, Zypern, Ungarn und der Schweiz ist das Unternehmen bereits vertreten. Dass nun Berlin als neuer Standort hinzukommt, wundert nicht: Gerade bei jungen Touristen gilt die deutsche Hauptstadt als Trendmetropole, Wochenende für Wochenende kommen hunderte feierlustiger Gäste aus dem Ausland, um Clubs wie das Berghain oder das Weekend zu besuchen. Die meisten von ihnen reisen in sogenannten Billigfliegern wie Easyjet oder Ryanair an, für sie hat sich eine eigene Bezeichnung eingebürgert: Easy-Jet-Set. Dass dieser Easy-Jet-Set nun sein eigenes Hotel bekommt, ist nur konsequent.

Budgethotels heißen solche Häuser in der Branche, aber Christian Tänzler von Berlin Tourismus Marketing (BTM) hat mit dieser Bezeichnung ein Problem. Was genau ein Budgethotel ist und was nicht, ist nicht exakt definiert: „Heute gibt es schon Designhotels zu sehr günstigen Preisen.“ Im „Motel One“ hinterm Alexanderplatz zum Beispiel kann man bereits ab 49 Euro übernachten, ohne in Sachen Komfort oder Stil Abstriche machen zu müssen. Stiftung Warentest untersuchte vor einem Jahr deutschlandweit 14 Billig-Herbergen, die Hälfte – darunter auch „Motel One“ – schnitt gut ab.

Durchschnittlich 197 Euro gibt ein Tourist in Berlin pro Tag aus, die Kosten für die Unterkunft inklusive. 8,3 Millionen Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Stadt, die BTM verzeichnete 18,9 Millionen Übernachtungen, was einem Anstieg von mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „Berlin bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist deshalb sehr beliebt“, sagt BTM-Sprecher Christian Tänzler. Gerade bei den jungen Besuchern, die einen Großteil der Gäste ausmachen: 50 Prozent sind jünger als 40 Jahre, ein Drittel sogar jünger als 30. „Das sind potenzielle Stammkunden.“

Das Durchschnittsalter der Besucher des „Circus“-Hostels am Rosenthaler Platz liegt sogar noch ein bisschen drunter, bei 23 Jahren. Seit 2001 ist das Hostel mit seinen 250 Betten in dem Gründerzeitbau am Weinbergsweg untergebracht. Hier bekommt man schon für 19 Euro pro Nacht ein Bett in einem Mehrbettzimmer. Zur Zeit finden in dem Haus umfassende Umbauarbeiten statt, eine Million Euro fließen in klimafreundliche Heiztechnik und neue Ausstattung. Eine Innenarchitektin richtet die Zimmer in einem Mix aus Ikea und eigens angefertigten Möbeln ein – Ende des Monats wird im „Circus“ Wiedereröffnung gefeiert. Dass in unmittelbarer Nähe nun Konkurrenz in Form des „Easyhotels“ oder des derzeit noch im Bau befindlichen „All Seasons“-Hotels droht, sieht Gesellschafter Tilman Hierath gelassen. „Dadurch wird der Hotelstandort gestärkt und das Areal um den Rosenthaler Platz wird attraktiver, gerade für Gäste ohne Reservierung.“

Auch BTM-Sprecher Christian Tänzler hält die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbs für gering: „Die meisten Häuser haben einen sehr speziellen Charakter und sprechen dadurch ein sehr spezielles Publikum an.“ Das „Ostel“ am Ostbahnhof etwa ist mit DDR-Design eingerichtet, eine Übernachtung gibt es hier bereits ab neun Euro, dafür wachen in den Zimmern Bilder von Walter Ulbricht oder Erich Honecker über den Schlaf der Gäste. Wesentlich mehr Glamour bekommt man für sein Geld in der „Rock ’n’ Roll Herberge“ an der Muskauer Straße in Kreuzberg. Hier zieren Musiker wie Joe Strummer von The Clash oder Falco die Wände; übernachten kann man ab 34 Euro. Und auch wer einen besonders ausgefallenen Schlafplatz sucht, wird fündig: Im „Propeller Island“ in der Albrecht-Achilles-Straße in der Nähe vom Ku’damm kann man in Zellen, Särgen oder Löwenkäfigen übernachten, das günstigste Zimmer hier kostet 69 Euro.

Gerade junge Touristen bevorzugen jedoch den Osten der Stadt, sagt Christian Tänzler. Wegen der vielen Clubs und Bars. Ein Trend, den Tilman Hierath vom gut gebuchten „Circus“-Hostel bestätigt. Vor anderthalb Jahren eröffnete das Unternehmen ein zweites Haus, gleich schräg gegenüber, in der Rosenthaler Straße. Mit Zimmern ab 69 Euro. Hier liegt das Durchschnittsalter der Gäste höher. Weil die Backpacker, die bis vor kurzem noch im Hostel abgestiegen sind, älter geworden sind und etwas mehr Komfort und Luxus erwarten. Und dafür auch bereit sind, mehr Geld auszugeben.

Der Tagesspiegel, [08.03.2010]

 

 

 
Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel? Oder geht es nicht auch mit einer abgespeckten Version, deren Vollendung späteren Generationen überlassen wird? Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einer Woche im Tagesspiegel bezweifelt, dass die Spenden ausreichen würden, um eine historische Kuppel zu bauen, nachdem von den 80 Millionen Euro, die der Förderverein Berliner Schloss zugesagt hat, erst eine Million gesammelt sei.

Das Schloss, ab 1700 durch Andreas Schlüter und später Eosander von Göthe ausgebaut, kam fast 150 Jahre ohne Kuppel aus. Friedrich August Stüler fügte sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts hinzu, um der gewaltigen Baumasse eine Richtung und einen Abschluss zu geben. Der Bundestag hat 2002 festgelegt, dass drei der vier historischen Fassaden wiedererrichtet werden müssen, eine Kuppel jedoch nur als „wünschenswerte Möglichkeit“ bezeichnet. Allerdings war die Kuppel fester Bestandteil des Entwurfs von Franco Stella, der 2008 – ebenfalls vom Bundestag – als Wettbewerbssieger gekrönt wurde.

In dem Gesamtetat für das Projekt von 552 Millionen Euro sind sieben Millionen fest vorgesehen für das tragende Gerüst der Kuppel, die in der Vollversion allerdings 15 Millionen kosten würde. Die Differenz müsste vermutlich durch die Spenden bezahlt werden, was allerdings so nirgendwo festgelegt ist. Die Bauherrin, die 2009 gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, sagt jedenfalls, dass nach aktuellem Stand nur eine kleine Kuppel möglich wäre, die das historische Vorbild höchstens zitiert.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins, ist zuversichtlich, dass die Spenden erst nach Baubeginn so richtig fließen werden. Bereits jetzt hätte sein Verein deutlich mehr als eine Million Euro gesammelt, nämlich zwölf Millionen, von denen allerdings erst eine Million an die Stiftung übergeben worden sei. „Peter Ramsauer war falsch informiert, aber ich mache ihm keinen Vorwurf, er ist ja eigentlich für Verkehr zuständig“, so von Boddien.

Dem Berliner Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland (Grüne) zufolge gibt es im Parlament eine Mehrheit für die Kuppel: „Viele Abgeordnete sind inzwischen auch mental in Berlin zu Hause und haben sich die Hauptstadt angeeignet“, so Wieland. Dass die meisten von ihnen lieber acht Kilometer Autobahn statt einer Kuppel hätten, wie Ramsauer behauptet, hält er für „nicht zutreffend und außerdem einen Rückfall ins Denken der 60er Jahre.“ Allerdings teile er Ramsauers Skepsis, was den Spendenfluss angeht. Monika Grütters (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses, plädiert für eine vollständige Kuppel: „Wir sollten sie auf jeden Fall bauen. Die Kuppel prägt den Charakter des ganzen Schlosses, und wir sehen ja am Dach des Hauptbahnhofs, dass eine Sparversion schnell zur Dauereinrichtung werden kann.“ Einer so großartigen Idee wie der Präsentation außereuropäischer Kulturen auf dem zentralen Platz der Republik dürfe man keine kleingeistige äußere Gestalt geben.

Pro
Beim Kölner Dom hat es nach der Grundsteinlegung 1248 über 600 Jahre gedauert, bis er fertig gebaut war. So kann man es natürlich auch mit dem Berliner Stadtschloss halten. Erst skizzieren wir architektonisch den Grundriss, ohne barocke Kuppel und Fassade. Je nach Finanzlage wird im Laufe der Jahrzehnte (Jahrhunderte?) das eine oder andere angebaut. Angesichts des Schuldenbergs der Republik ist absehbar, dass dies ein Projekt mit Ewigkeitswert wird. Irgendwie reizvoll, der Gedanke, aber nicht im Sinne des Erfinders. Der Wille des Bundestags war eindeutig, das Stadtschloss in historischer Form, wenn auch nicht originalgetreu wiederaufzubauen. Ein Neubau war eben nicht gewollt, und deshalb macht sich der Bund nicht nur unglaubwürdig, sondern auch lächerlich, im Herzen der Republik einen Kasten hinzusetzen, in dem das Alte nicht erkennbar wird, der aber auch nichts wirklich Neues ist. Die Kuppel war, da helfen keine Ausflüchte, das Wahrzeichen des Schlosses, ein Kernbestandteil seiner Architektur. Das kann man nicht weglassen oder durch einen Billigersatz andeuten. Das wäre genauso peinlich, wie nach vielen Jahren international beachteter Planungen für die Mitte der Hauptstadt aus finanziellen Gründen den Rollrasen liegen zu lassen. Wahrhaftig ein Armutszeugnis.
Ulrich Zawatka-Gerlach


Contra
Nein, es ist kein Geld für die Kuppel da. Gewiss, in das Budget wurden ein paar Milliönchen eingestellt. Aber die reichen nur für eine Kuppel „light“. Das ist so geschmacklos wie entrahmter Joghurt mit Kunstaroma und Süßstoff. Die Planer sagen es so: „Im Budget ist eine vereinfachte Kuppel enthalten, die die Umrisse der historischen Kuppel nachvollzieht.“ Wir werden also nachvollziehen können, wie eine Kuppel wäre, wenn man sie gebaut hätte. Virtuos virtuell, könnte man höhnen, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Denn eines ist klar: Wenn der Beton-Ornat ohne Ornamente erst mal draufsitzt, dann wird ihn niemand mehr abreißen. Die Schlossgegner würden dann triumphieren über den Anblick im Herzen der Stadt. Also bitte: Baut das Schloss oben ohne! Denn die Blöße, die sich Bund und Länder damit geben, würde den Druck auf die Spendenbereitschaft erhöhen. Sehr bald wäre dann das Geld da für ein würdiges, ein vollständiges Schloss mit historischer Kuppel. Technisch ist ein Schloss-Bau in Etappen kein Problem. Warum also nicht die Vollendung des Werks künftigen Generationen überlassen? „Die Unvollendete“ ist schließlich auch nur deshalb so großartig, weil Franz Schubert sie von Anfang an groß dachte. Aber im Gegensatz zu der Sinfonie ließe sich das unvollendete Schloss vollenden.
Ralf Schönball

Der Tagesspiegel, [07.03.2010]

 
Osterbrunch am 4. April und 3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April

Genießen Sie das Osterfest mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch mit Live-Musik. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen.

Osterbrunch am 4. April 2010 von 12.00 bis 15.00 Uhr

Verbringen Sie den Ostersonntag gemütlich mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch im Restaurant HEat. Genießen Sie das Brunchbüffet inklusive Live-Musik mit Blick auf die Spree und den Berliner Dom. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen. Bei sonnigem Wetter und frühlingshaften Temperaturen lädt die große Terrasse zum Verweilen ein.

Hier ein Auszug vom Buffet:

Live-Station mit Sushi von Lachs, Tandoori Hühnchen, Krebsfleisch, Ingwer, Avocado / Eingelegte Heringe in Tomaten-Curry-Dillmarinade / Rettich-Melonensalat mit herzhaften Serrano Schinken / Hausgeräucherte Weidelammhüften auf Frühlings-Linsengemüse / Frische Austern am Gast überbacken / Antipasti von jungem Gemüse / Cremesuppe vom Feldsalat an Speckcroutons / Mariniertes Lamm und Hühnerfleisch aus dem Original Tandoorofen / Naan-Brot mit verschiedenen Joghurtsaucen / Saltimbocca vom Kalb an Broccoli und Sauce Hollandaise / Atlantischer Tiefseewels auf feinem Lauchrahmgemüse / Provenzalische Lammkeule aus dem Rotisol / Minigemüse und Muschelnudeln im eigenen Sud aus dem Holzofen / Pasta mit zwei verschiedenen Saucen / Dessertbuffet aus der hauseigenen Patisserie

Das Brunchbüffet kostet pro Person EUR 45,00 inklusive einem Glas Sekt, Säften, Tee und Kaffee. Kinder in Begleitung Ihrer Eltern bis 6 Jahre speisen kostenfrei und Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren bezahlen EUR 19,00.


3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April 2010 von 12.00 bis 23.00 Uhr

- Crépinette vom Lammrücken mit grünem Spargel an Feldsalat, Wachtelei und Trüffel
- Gesottene Ochsenbacken in Portweinjus an Karotten-Apfel Tarte und Kartoffel Soufflé
- Schneeweißes Mandelmilchtörtchen im Frühlingsmeer

Pro Person EUR 43,00

Das 3-Gang Ostermenü ist nicht verfügbar während des Osterbrunchs.

Hier geht’s zum Osterarrangement inklusive Osterbrunch:

http://www.radissonblu.de/hotel-berlin/sonderangebote/ostern-berlin

 
In Mitte eröffnet heute das "Easyhotel" – eine von vielen günstigen Herbergen

Die Dusche ist vom Bett nicht mal einen Katzensprung entfernt, vorausgesetzt es handelt sich um eine kleine Katze, denn eine große könnte zum Sprung gar nicht erst ansetzen. Die Zimmer im neuen „Easyhotel“ sind maximal zehn Quadratmeter groß, Tisch und Schrank sucht man hier vergeblich, Dusche und Bett sind lediglich durch eine Glaswand voneinander getrennt. Das Gute an der minimalistischen Einrichtung ist ihr minimalistischer Preis: Wer früh genug bucht, zahlt gerade mal 20,10 Euro für eine Übernachtung.

Heute eröffnet Deutschlands erstes „Easyhotel“ am Rosenthaler Platz in Mitte. In London, Bulgarien, Zypern, Ungarn und der Schweiz ist das Unternehmen bereits vertreten. Dass nun Berlin als neuer Standort hinzukommt, wundert nicht: Gerade bei jungen Touristen gilt die deutsche Hauptstadt als Trendmetropole, Wochenende für Wochenende kommen hunderte feierlustiger Gäste aus dem Ausland, um Clubs wie das Berghain oder das Weekend zu besuchen. Die meisten von ihnen reisen in sogenannten Billigfliegern wie Easyjet oder Ryanair an, für sie hat sich eine eigene Bezeichnung eingebürgert: Easy-Jet-Set. Dass dieser Easy-Jet-Set nun sein eigenes Hotel bekommt, ist nur konsequent.

Budgethotels heißen solche Häuser in der Branche, aber Christian Tänzler von Berlin Tourismus Marketing (BTM) hat mit dieser Bezeichnung ein Problem. Was genau ein Budgethotel ist und was nicht, ist nicht exakt definiert: „Heute gibt es schon Designhotels zu sehr günstigen Preisen.“ Im „Motel One“ hinterm Alexanderplatz zum Beispiel kann man bereits ab 49 Euro übernachten, ohne in Sachen Komfort oder Stil Abstriche machen zu müssen. Stiftung Warentest untersuchte vor einem Jahr deutschlandweit 14 Billig-Herbergen, die Hälfte – darunter auch „Motel One“ – schnitt gut ab.

Durchschnittlich 197 Euro gibt ein Tourist in Berlin pro Tag aus, die Kosten für die Unterkunft inklusive. 8,3 Millionen Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Stadt, die BTM verzeichnete 18,9 Millionen Übernachtungen, was einem Anstieg von mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „Berlin bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist deshalb sehr beliebt“, sagt BTM-Sprecher Christian Tänzler. Gerade bei den jungen Besuchern, die einen Großteil der Gäste ausmachen: 50 Prozent sind jünger als 40 Jahre, ein Drittel sogar jünger als 30. „Das sind potenzielle Stammkunden.“

Das Durchschnittsalter der Besucher des „Circus“-Hostels am Rosenthaler Platz liegt sogar noch ein bisschen drunter, bei 23 Jahren. Seit 2001 ist das Hostel mit seinen 250 Betten in dem Gründerzeitbau am Weinbergsweg untergebracht. Hier bekommt man schon für 19 Euro pro Nacht ein Bett in einem Mehrbettzimmer. Zur Zeit finden in dem Haus umfassende Umbauarbeiten statt, eine Million Euro fließen in klimafreundliche Heiztechnik und neue Ausstattung. Eine Innenarchitektin richtet die Zimmer in einem Mix aus Ikea und eigens angefertigten Möbeln ein – Ende des Monats wird im „Circus“ Wiedereröffnung gefeiert. Dass in unmittelbarer Nähe nun Konkurrenz in Form des „Easyhotels“ oder des derzeit noch im Bau befindlichen „All Seasons“-Hotels droht, sieht Gesellschafter Tilman Hierath gelassen. „Dadurch wird der Hotelstandort gestärkt und das Areal um den Rosenthaler Platz wird attraktiver, gerade für Gäste ohne Reservierung.“

Auch BTM-Sprecher Christian Tänzler hält die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbs für gering: „Die meisten Häuser haben einen sehr speziellen Charakter und sprechen dadurch ein sehr spezielles Publikum an.“ Das „Ostel“ am Ostbahnhof etwa ist mit DDR-Design eingerichtet, eine Übernachtung gibt es hier bereits ab neun Euro, dafür wachen in den Zimmern Bilder von Walter Ulbricht oder Erich Honecker über den Schlaf der Gäste. Wesentlich mehr Glamour bekommt man für sein Geld in der „Rock ’n’ Roll Herberge“ an der Muskauer Straße in Kreuzberg. Hier zieren Musiker wie Joe Strummer von The Clash oder Falco die Wände; übernachten kann man ab 34 Euro. Und auch wer einen besonders ausgefallenen Schlafplatz sucht, wird fündig: Im „Propeller Island“ in der Albrecht-Achilles-Straße in der Nähe vom Ku’damm kann man in Zellen, Särgen oder Löwenkäfigen übernachten, das günstigste Zimmer hier kostet 69 Euro.

Gerade junge Touristen bevorzugen jedoch den Osten der Stadt, sagt Christian Tänzler. Wegen der vielen Clubs und Bars. Ein Trend, den Tilman Hierath vom gut gebuchten „Circus“-Hostel bestätigt. Vor anderthalb Jahren eröffnete das Unternehmen ein zweites Haus, gleich schräg gegenüber, in der Rosenthaler Straße. Mit Zimmern ab 69 Euro. Hier liegt das Durchschnittsalter der Gäste höher. Weil die Backpacker, die bis vor kurzem noch im Hostel abgestiegen sind, älter geworden sind und etwas mehr Komfort und Luxus erwarten. Und dafür auch bereit sind, mehr Geld auszugeben.

Der Tagesspiegel, [08.03.2010]

 
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance". Das war vor sieben Jahren, kurz vor dem Irakkrieg, Robbie Williams wollte mit seiner Showeinlage ein Zeichen setzen.

Diesmal will er nur singen. Und sich nach Möglichkeit anschließend gleich noch eine Auszeichnung abholen, in der Kategorie „bester internationaler Popkünstler“ ist er haushoher Favorit. Ansonsten könnte die 19. Echo-Verleihung am heutigen Donnerstagabend auf dem Messegelände für Überraschungen gut sein: Neben den Auftritten von Robbie Williams und Rihanna kündigte der Veranstalter kurzfristig die Teilnahme von US-Sängerin Ke$ha an, die mit „Tik Tok“ gerade auf Platz eins der deutschen Charts steht. Ke$ha, die eigentlich Kesha Rose Sebert heißt, fiel erst kürzlich bei der Verleihung eines Schweizer Musikpreises durch die Ankündigung auf, einem der Preisträger auf der Aftershowparty „in den Hintern beißen“ zu wollen. Passiert ist aber nichts.

Rund 4000 Zuschauer dürfen sich die Show heute live unterm Funkturm angucken, alle anderen können die Verleihung im Fernsehen verfolgen, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr. Auch Xavier Naidoo, Jan Delay und Gossip werden im Showprogramm auftreten. Besonders spannend wird die Entscheidung in der Kategorie „bestes Album des Jahres“, die zwischen Peter Fox, Lady Gaga, Depeche Mode und Rammstein fallen wird.

Disqualifiziert wurde Michael Jackson. Nach den Verkaufszahlen – und die sind für eine Echo-Nominierung entscheidend – hätte seine postum veröffentlichte Hit-Sammlung „King of Pop“ nämlich in die engere Auswahl kommen müssen. Den Regularien entsprechend muss der Interpret allerdings leben, um Aussicht auf einen Echo zu haben, heißt es. Trotzdem soll Jackson heute Abend gedacht werden – wie genau, wird ebenso geheim gehalten wie Details des Auftritts der Berliner Band Ich & Ich, der gestern bei einer Gala im Grill Royal vorab ein Echo als bestes Produzententeam zugesprochen wurde. Sänger Adel Tawil mag „nichts verraten, aber man wird uns hören wie noch nie“. Zudem könne es recht eng werden auf der Bühne, sagt er. Vielleicht wird Tawil von einem Kinderchor begleitet. Vielleicht von einem ganzen Orchester. Möglich auch, dass es zu einem Allstar-Auftritt aller anwesenden Künstler kommt, das gab es schon mehrfach beim Echo, zum Beispiel 1992, als die Scorpions sämtliche Musiker des Abends auf die Bühne baten und dann Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam „Wind of Change“ singen mussten.

Westernhagen ist auch heute wieder nominiert, in der Kategorie „bester nationaler Künstler“ hat er allerdings einen sehr schweren Stand gegen Peter Maffay. Der trägt am Abend ein Medley seiner größten Hits vor, von „Du“ bis „Über sieben Brücken musst Du gehen“.

Und noch ein Star hat sich kurzfristig für die Echo-Verleihung angemeldet. Allerdings möchte der weder singen noch Preise annehmen: Hollywood-Schauspieler Val Kilmer ließ am Dienstag telefonisch bei den Veranstaltern anfragen, ob diese nicht noch einen Platz im Publikum bereitstellen könnten – dann würde er nämlich spontan nach Berlin fliegen, er sei sowieso gerade wegen Dreharbeiten in Paris. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie können.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
Die BSR ruft noch 350 Arbeitslose mehr zum Kehrdienst – und will auch Bürgern beim Frühjahrsputz helfen

Große Herausforderungen verlangen außergewöhnliche Taten. Deshalb rekrutiert die BSR über die Arbeitsagentur weitere Helfer, um die Stadt von den Unmengen Dreck und Splitt zu befreien. Zusätzlich zu den 1000 ohnehin verpflichteten Winterdienstkräften und den wegen der Glätte angeforderten 650 Helfern stehen nach Auskunft von BSR-Vorstandschefin Vera Gäde-Butzlaff weitere 350 Arbeitslose bereit, so dass – BSR-Beschäftigte inklusive – ab sofort 3600 Einsatzkräfte zum großen Reinemachen ausrücken können. Angefangen wird in der Innenstadt, aber in den vier Wochen bis Ostern will die BSR die Stadt wieder in einen halbwegs ansehnlichen Zustand bringen.

Um schneller voranzukommen, plant die BSR auch zwei „Aktions-Sonnabende“, wie es sie sonst nur zum Laubfall im Herbst gibt. Am 13. und am 20. März sollen dann auch rund 600 Kollegen helfen, die nicht bei der Straßenreinigung arbeiten. Vom 26. März an will die BSR dann auch durch die Außenbezirke fahren und das bis dahin aufgehäufte Streugut aufsammeln. Die BSR empfiehlt Anliegern, die sich selbst kümmern wollen, den Splitt bis dahin zu Bergen zusammenzufegen. Kleine Mengen dürfen auch in die Hausmülltonne geworfen werden, solange die dadurch nicht übermäßig schwer wird.

Nachdem er sich in den Wochen der Glätte durch Ignoranz und flapsige Bemerkungen bei vielen Berlinern unbeliebt gemacht hatte, nimmt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Frühjahrsputz demonstrativ ernst: Bereits am frühen Dienstagmorgen dankte er den rund 200 versammelten BSR-Leuten auf dem Betriebshof Forckenbeckstraße für ihren Wintereinsatz. Nach der wöchentlichen Senatssitzung präsentierte er gemeinsam mit Gäde- Butzlaff den Aktionsplan und bat um Verständnis, dass die Arbeit „nicht von heute auf morgen erledigt sein kann“. Die Frage, warum das Thema seiner persönlichen Fürsorge bedürfe, beantwortete er mit Verweis auf die enormen Kosten des Landes durch den Winter: Zum vor einer Woche beschlossenen, 25 Millionen Euro teuren Anti-Schlagloch-Programm komme jetzt die fast ebenso große Finanzierungslücke der BSR, die über den Landeshaushalt ausgeglichen werden müsse. Woher das Geld kommen soll, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt. Ein noch größerer Personalaufwand für den Frühjahrsputz würde laut Wowereit entweder weitere Steuergelder kosten oder höhere Reinigungsgebühren bedeuten.

Nach Auskunft von Gäde-Butzlaff kostet der schneereiche Winter die BSR knapp 35 Millionen Euro und damit fast doppelt so viel wie die eingeplanten 18,3 Millionen. Allein die 2000 Hilfskräfte schlügen mit 270 000 Euro pro Tag zu Buche. Weitere Kosten kommen auf die BSR zu, weil sie erklärtermaßen auch Anlieger unterstützen will, die sich in Gruppen beispielsweise einen Platz in ihrer Wohngegend vornehmen wollen.

Politisch erledigt ist das Thema Winter mit Wowereits Aufbruchssignal allerdings noch nicht: An diesem Mittwoch will Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) gemeinsam mit der BSR-Chefin erklären, wie wochenlanges flächendeckendes Glatteis künftig vermieden werden soll. Nach Auskunft von Wowereit ist die in Berlin übliche Möglichkeit, dass Anlieger ihre Haftung für Glätteunfälle an beauftragte Winterdienstfirmen delegieren können, bundesweit die Ausnahme. Damit sind die Anlieger zwar formal ihre Verpflichtung los, aber in der Praxis ist wegen der offenkundig oft überforderten Winterdienstfirmen nichts gewonnen. Die Techniker-Krankenkasse meldet allein aus dem Januar 3200 Unfälle ihrer Versicherten in Berlin. Im ebenfalls frostigen Januar 2009 seien es 400 Unfälle weniger gewesen. Nun prüfe die Krankenkasse Regressforderungen.

Die Männer in Orange haben nach Auskunft der BSR-Chefin bisher rund 430 000 Winterdienst-Einsatzstunden geleistet. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre liege bei 90 000 Stunden. Viele hätten seit Weihnachten kaum einen freien Tag gehabt.

Der Tagesspiegel, [03.03.2010]

 

 
Stiftung "Berliner Schloss" ist weiter auf der Suche nach Spendern

Das Schloss bekommt eine Kuppel – aber nach dem derzeitigen Stand nur in vereinfachter Form. Dies bestätigte die vom Bund gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, die auch Bauherr des Gebäudes ist. Im 480 Millionen Euro großen Budget für den Neubau nach alten Plänen seien die dafür erforderlichen „Kostenansätze in Höhe von sieben Millionen Euro enthalten“. Eine vollständige Rekonstruktion der historischen Kuppel würde aber nach Berechnungen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung 15 Millionen Euro kosten. Spätestens bis zum Einreichen des Bauantrages im Frühjahr 2011 solle darüber entschieden werden, ob nur die „Umrisse“ der historischen Kuppel nachgezeichnet werden oder doch die große Lösung gewählt wird – wenn nämlich erheblich mehr Spenden fließen als ohnehin benötigt.

Am Montag hatte Bau- und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im Tagesspiegel erklärt, dass für die Kuppel sowie für Stuck und Bildhauerarbeiten in Innenhöfen des Stadtschlosses „zusätzliche 50 oder 100 Millionen Euro“ aufgebracht werden müssten. Bisher seien aber nur Spenden in Höhe von einer Million Euro geflossen. Laut Bundestagsbeschluss müssen rund 80 Millionen Euro aus privater Hand in die Rekonstruktion des Hohenzollernbaus fließen. Ramsauer bestätigte dennoch den Terminplan für die Schlossrekonstruktion. Der Bauantrag soll im Frühjahr 2011 eingereicht und das Schloss Ende 2017 eröffnet werden.

Der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, ist trotz Ramsauers Zweifel davon überzeugt, dass das Stadtschloss mit Kuppel gebaut wird. Er hält daran fest, dass sein Verein 80 Millionen Euro einsammeln kann. „Zwei Drittel der Spenden werden wie bei der Dresdner Frauenkirche erst dann fließen, wenn bereits Teile des Bauwerks zu sehen sind“, sagte er. Sobald ein Vertrag über die Aufgabenteilung mit der vom Bund gegründeten „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ geschlossen ist, verspricht er dem Bauherrn einen „regelmäßigen Zufluss von Spenden“.

Die Stadtentwicklungsverwaltung ist durch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher im Stiftungsrat, dem Kontrollgremium des Bauherrn, vertreten. Sprecherin Petra Rohland sagte: „Die Kuppel war Bestandteil des preisgekrönten Entwurfs von Franco Stella, und der Bundestag hat beschlossen, dass der Entwurf realisiert wird.“ Bisher sei beim Senat nichts von einer Änderung dieser Pläne bekannt.

Möglicherweise wird das Stadtschloss in mehreren Ausbaustufen realisiert. „Nicht alle Rekonstruktionswünsche werden sich gleich zu Anfang realisieren lassen, irgendwann aber sollte sich auch das Berliner Schloss neben Reichstag und Dom in die von Kuppeln geprägte Silhouette der Stadt einfügen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Und der Chef der Schloss-Stiftung Manfred Rettig hatte in einem früheren Gespräch dieser Zeitung erklärt, dass die Tragwerke und die Konstruktion des Humboldtforums so ausgelegt werden, dass das knappe Budget eine detailgetreue Rekonstruktion in der Zukunft nicht verhindert. So könne man einige Arbeiten „späteren Generationen“ überlassen – die historische Kuppel etwa? Rettigs Stiftung wird ab Mitte des Jahres die vorbereitenden Arbeiten für Ornamente und Figuren von Fassaden und Innenhöfen des Schlosses übernehmen. Boddiens Förderverein will diese Aufgaben abgeben. Die von seinem Verein beschäftigten Bildhauer würden zur Stiftung wechseln. Die Schloss-Stiftung baut ohnehin eine Bildhauerwerkstatt in Spandau auf. Boddiens Förderverein will sich dann auf das Spendensammeln konzentrieren. „Wir werden das Massengeschäft machen, um die Großspender wird sich die Stiftung selber kümmern“, so Boddien.

Weiteren Schub für die Spendenbereitschaft soll die „Humboldtbox“ bringen. Nach dem Vorbild der „roten Box“ am Potsdamer Platz wird sie Auskunft über den Bau und seine Nutzer geben, aber auch Platz für die Spendensammler bieten. Die Finanzierung der Box läuft unter der privaten Regie von „Megaposter“. Geschäftsführer Gerd Henrich sagt: „Die 25 Pfähle, die das Stahl- und Glasgebäude tragen sollen, wurden bereits 30 Meter tief in die Erde geschlagen“. Bis Dezember soll die Box stehen. Um die Finanzierung ist ihm nicht bange: Das Interesse an Werbeflächen auf der Baustelle sei groß.

Der Tagesspiegel, [02.03.2010]

 

 
Noch 100 Tage Unter den Linden

Mit der Vorstellung von LE NOZZE DI FIGARO am Freitag, 26.2., haben die letzten 100 Tage der Staatsoper Unter den Linden vor der umfassenden Sanierung begonnen, die das älteste Opernhaus Berlins in eine Großbaustelle verwandeln wird. Nach dem letzten Vorhang am 5./6. Juni kommen die Bautrupps und das gesamte Ensemble der Staatsoper zieht mit ihrem neuen Intendanten Jürgen Flimm und ihrem Generalmusikdirektor Daniel Barenboim für drei Jahre in das eigens hergerichtete Schiller Theater in der Charlottenburger Bismarckstraße. Bis dahin aber kann man an alter Stätte Unter den Linden noch 39 Opern­vorstellungen und 24 Konzerte sowie 26 Vorstellungen des Staatsballetts Berlin erleben.

Die letzte Opernpremiere ist am 16. Mai eine Neuinszenierung von Emmanuel Chabriers L´ETOILE mit Sir Simon Rattle als Musikalischem Leiter und Magdalena Kožená als Lazuli. Daniel Barenboim feiert vom 26. März bis 5. April die letzten FESTTAGE im alten Haus mit gleich drei großen Opernaufführungen in Top-Besetzung: EUGEN ONEGIN mit Rolando Villazón, SIMON BOCCANEGRA mit Plácido Domingo und TRISTAN UND ISOLDE mit Waltraud Meier und Peter Seiffert. Insgesamt neun Repertoirewerke stehen in den verbleibenden 100 Tagen noch auf dem Programm, darunter FAUST , CARMEN , TOSCA , L´ELISIR D´AMORE und SALOME mit u. a. Angela Denoke, Anna Prohaska, Burkhard Fritz und René Pape.

Große Künstler prägen auch die letzten 24 Konzertabende und Matineen auf der Staatsopernbühne und im Apollosaal - dazu gehören Pierre Boulez, Lang Lang und Thomas Hampson.

Zum Finale gibt es noch einmal STAATSOPER FÜR ALLE : Am 5. Juni wird die vorerst letzte Opernvorstellung Unter den Linden für viele Tausend Opernfreunde auf den Bebelplatz übertragen: Tschaikowskys EUGEN ONEGIN mit Daniel Barenboim am Pult und Rolando Villazón als Lenski. Am 6. Juni sagen an gleichem Ort Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin mit einem Live-Konzert »adieu«. Dank der Unterstützung von BMW Berlin ist der Eintritt an beiden Tagen frei.

Während die Bauarbeiter und Handwerker dann die Regie im Staatsoperngebäude übernehmen, präsentieren Daniel Barenboim und die Staatskapelle als letzten Höhepunkt der Spielzeit vom 20. bis 27. Juni einen großen BEETHOVEN-BRUCKNER_ZYKLUS in der Philharmonie Berlin.

Eröffnet wird die kommende Saison 2010/2011, die erste Spielzeit der Staatsoper im Schiller Theater, am 3. Oktober 2010 mit einer Uraufführung. Die feierliche Wiedereröffnung der Staatsoper an ihrem histo­rischen Ort Unter den Linden wird am 3. Oktober 2013 stattfinden.

Fotos: Staatsoper Unter den Linden

 
Wegen Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr will sich das Unternehmen mit einer erneuten Aktion bei seinen Fahrgästen entschuldigen

Seit mehr als einem Jahr leiden die Berliner und Berlin-Besucher unter dem S-Bahn-Chaos. Ausgefallende Züge, Verspätungen sind für viele fast schon Normalität. Überfüllte Züge sowieso. Nun hat sich das Unternehmen zu einem erneuten Wiedergutmachungspaket durchgerungen:

Alle Inhaber von Jahreskarten, Abonnements und Firmentickets, die in den Berliner Tarifbereichen Berlin AB, Berlin BC oder Berlin ABC gelten, fahren im November und Dezember kostenlos. Kunden, die ihre Jahreskarte bar bezahlt haben, können sich den anteiligen Betrag bereits ab 1. April an S-Bahn- und BVG-Schaltern auszahlen lassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Jahreskarten, die ab dann erworben werden, sind entsprechend preisreduziert.

Zwei Wochen für Besitzer gleitender Monatskarten

Die zweimonatige Freifahrtregelung gelte auch für Studenten der Universitäten in Berlin, Potsdam und Wildau, die über ein Semesterticket verfügten, erklärte ein Bahnsprecher Tagesspiegel Online. Jeder Student erhalte den anteiligen Betrag des Semestertickets zurück. Wie das Geld seinen Weg zu seinem Besitzer findet, sei jedoch von Universität zu Universität unterschiedlich. Nutzer von kalendergebundenen Monatskarten und des Berlin-Tickets S (Sozialticket) sollen für zwei Monate eine Barerstattung von jeweils 15 Euro erhalten, also insgesamt 30 Euro. Für Kunden mit gleitenden Monatskarten verlängert die S-Bahn Berlin die Gültigkeit für im November beginnende Karten um zwei Wochen. Fahrgästen, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, bietet die S-Bahn Berlin an allen acht Wochenenden im November und Dezember die Möglichkeit, ihren Einzelfahrausweis für die Berliner Tarifbereiche Berlin AB, Berlin BC und Berlin ABC als Tageskarte zu benutzen. Aber Vorsicht: Bei der letzten Aktion im Dezember 2009 galten Anschlussfahrscheine für die Zonen C bzw. A nicht den ganzen Tag, sondern wie üblich zwei Stunden nachdem abgestempelt wurden. Auf Kulanz der Kontrolleure sollten die Fahrgäste nicht hoffen.

70 Millionen Euro sollen die Berliner versöhnen

Rüdiger Grube, der Vorsitzende der Deutschen Bahn, kündigte das Wiedergutmachungspaket nach seinem Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit am Donnerstag an. Insgesamt will das Unternehmen 70 Millionen Euro investieren, um das Ansehen bei den Berlinern wieder zu stärken.

Für die Auswahl von November und Dezember als Entschädigungszeitraum sprechen verschiedene Gründe, erläutert Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn: „Die organisatorische Vorbereitung der Maßnahme dauert mehrere Monate, da umfassende Absprachen mit den Mitgliedsunternehmen im VBB getroffen werden müssen. In der Sommerzeit ist die Umsetzung nicht sinnvoll, da viele Berliner verreisen. Herbst und Vorweihnachtszeit sind hingegen Monate, in denen viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.“ Der VBB trägt diese Entscheidung mit.

Wowereit: Nachverhandlungen noch nicht abgeschlossen

Die Nachverhandlungen zwischen Senat und Deutscher Bahn über den bis 2017 laufenden S-Bahn-Vertrag sind unterdessen noch nicht abgeschlossen. Das sagte Klaus Wowereit am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Ziel sei, die Gespräche noch im Februar zu beenden. Sollte dies nicht möglich sein, werde er sich erneut persönlich einschalten und mit Bahn-Chef Rüdiger Grube nach einer Lösung suchen, sagte Wowereit. Ungeachtet dessen werde der Senat weiterhin die Zuwendungen an die S-Bahn kürzen, solange es nur ein eingeschränktes Verkehrsangebot gebe. Ein anderes Druckmittel habe die Landesregierung vorerst nicht, weil Verträge gelten. Erst nach dessen Auslaufen könnte ein Teil des Netzes ausgeschrieben werden. Diese Möglichkeit halte sich der Senat offen.

Der Tagesspiegel, [25.02.2010]

 
Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise hat Berlin im vergangenen Jahr deutlich mehr Gäste angelockt. Mit 8,3 Millionen Besuchern und 18,87 Millionen Übernachtungen sei es das beste Tourismusjahr aller Zeiten gewesen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwoch. Das entspreche einem Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen.

Berlin zähle damit zu den großen Gewinnern im Städte-Tourismus, fügte Wowereit hinzu. Kaum eine andere Metropole könne selbst in Krisenzeiten eine Steigerung der Besucherzahlen verzeichnen. Zwar sei 2009 mit der Leichtathletik-WM und dem Mauerfall-Jubiläum ein besonderes Jahr gewesen, doch mit dem Tourismuskonzept des Senats würden die großen Potenziale Berlins auch dauerhaft gestärkt.

Die Hauptstadt habe einen „Magnetismus“ entwickelt, betonte der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Burkhard Kieker. Die Welt sehe Berlin längst als große Metropole, 2009 gab es im siebten Jahr in Folge eine Steigerung der Gästezahlen.

Demnach reisten 5,4 Millionen Besucher aus dem Inland an die Spree, wo sie 11,4 Millionen Nächte verbrachten - ein Zuwachs von 4,5 Prozent bei den Ankünften und von 6,4 Prozent bei den Übernachtungen.  Aus dem Ausland kamen mit 2,88 Millionen Besuchern 4,6 Prozent mehr internationale Touristen als im Vorjahr. Sie sorgten für 7,5 Millionen Übernachtungen - ein Anstieg um 5,9 Prozent. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden.

Das Bettenangebot stieg um 10,1 Prozent. Im Dezember standen den Berlinbesuchern 109 700 Betten in 726 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung.

Der Tourismus habe sich zum tragenden Wirtschaftsfaktor der Hauptstadt entwickelt, heißt es im Jahresbericht der Berlin Tourismus Marketing GmbH: Umgerechnet 232.300 Berliner leben demnach von Einkünften aus der Tourismusbranche, bei einem Bruttojahresumsatz von 8,99 Milliarden Euro flössen 1,85 Milliarden Euro in die Steuertöpfe von Bund und Land.

Der Tagesspiegel, [24.02.2010]

 
Ein Jahr nach dem Umzug ins Palais Podewil zieht das Grips-Theater nun Bilanz – und feiert allen Zweifeln zum Trotz einen großen Erfolg

Die Staatsoper Unter den Linden hatte Ende 2008 das Schillertheater in der Bismarckstraße zunächst für Umbauarbeiten besetzt, im Herbst 2010 soll hier der offizielle Ersatzspielort der Staatsoper sein. Damit brauchte die zweite, kleinere Spielstätte des Grips-Theaters nun ebenfalls einen Ersatzstandort. Der Senat schlug das Palais Podewil vor, das zu DDR-Zeiten als „Haus der jungen Talente“ ein Zentrum für kulturelle Veranstaltungen der FDJ war. Den Veranstaltern des Grips-Theaters kam dieser Umstand nicht ungelegen: Mit dem Stück „Lilly unter den Linden“, einer Ost-West-Geschichte, eröffnete die Spielstätte am 25. Februar 2009 pünktlich zum Jubiläumsjahr des Mauerfalls im früheren Ostteil der Stadt neu.

„Der Erfolg der neuen Spielstätte geht auch auf dieses Stück zurück“, sagt Anja Kraus, Sprecherin des Theaters. Außerdem seien die Räumlichkeiten der Schiller-Theater-Werkstatt beengter gewesen: „Nicht nur das Foyer im Podewil ist sehr viel geräumiger, sondern es konnten zusätzlich noch Workshopräume gemietet werden“. In solchen Workshops können Lehrer etwa lernen, wie sie Schülern Unterrichtsinhalte mit theaterpädagogischen Mitteln weitergeben können.

Inzwischen ist man in Mitte heimisch geworden: Noch einmal umziehen will das wohl bedeutendste Kinder- und Jugendtheater der Welt jedenfalls nicht.

Der Tagesspiegel, [24.02.2010]

 

 
Ausstellung in der Galerie POLL vom 13. März bis 22. Mai 2010

"Unbeeindruckt von den künstlerischen Entwicklungen der letzten Dekaden malt Dieter Kraemer seit mehr als zwanzig Jahren Stilleben. Neben Alltagsszenen, Stadt- oder Landschaftsansichten sind es damit vor allem die täglichen Dinge des Lebens, die der Maler auf die Leinwand bannt und sie der Gewöhnlichkeit entreißt. Das Banale und Vergängliche weist in der künstlerischen Aneignung über sich hinaus und wird zum Gegenstand zweckfreier Wahrnehmung, zum Bedeutungsträger für das Einzigartige und Unvergängliche."
Ulli Seegers, Auszug aus: Dieter Kraemer, Natura morta, Köln 1999

Dieter Kraemer, 1937 in Hamburg geboren, nimmt dort 1957 sein Studium an der Hochschule für bildende Künste auf, das er ab 1959 an der Hochschule für bildende Künste Berlin fortsetzt und als Meisterschüler von Hann Trier beendet. Kraemer war Anfang der 60er Jahre, als das deutsche Informel in Hochblüte stand, einer der ersten, der sich auf die Neue Sachlichkeit bezog - jene kurze, fast vergessene Epoche Ende der 20er und 30er Jahre, die 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete. Kraemer orientierte sich statt an Pollock an Beckmann und anderen Malern der neuen Sachlichkeit, die er sich als Vorbild für seinen in dieser Zeit inopportunen Realismus nahm, und ebnete damit den Weg für den sogenannten Neuen oder Kritischen Realismus in Berlin. 1963 wird er an die Kölner Werkschule berufen, wo er 1973 eine Professur an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Kunst erhält. Von 1993 bis 2003 wirkt er ebenfalls als Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Der Künstler lebt und arbeitet in Köln.

Kraemers Arbeiten zeigen konkrete Darstellungen im alltags- und freizeitorientierten Kontext; er malt, was ihn umgibt und bewahrt es in einer stillebenhaften Inszenierung: Käse, Brot, Blicke aus dem Fenster, Maschinen und Menschen, die er mit einer Portion Ironie und Gesellschaftskritik in Szene setzt. Seine Bilder sind Zeitzeugen und Zeitdokumente. So erzeugt der Künstler als Chronist seiner Zeit eine dichte Authentizität in seinen direkten und unprätentiösen Darstellungen.

Das Stilleben gibt der Gattung Malerei heute zwar scheinbar keine neuen Impulse, doch sie führt sie zurück zu ihren Wurzeln: zur Beobachtung und stillen Wiedergabe der Dinge. Und genau dies ist in einem Zeitalter, das geprägt ist von Schnellebigkeit und multimedialer Kunst und Kommunikation, umso mehr ein aktuelles und vor allem dankbares Motiv.

Dieter Kraemer
"Alltägliches"
Bilder und Aquarelle

Ausstellungsdauer: 13. März bis 22. Mai 2010

Eröffnung: Freitag, den 12. März, 19 Uhr, in Anwesenheit des Künstlers

 
Am Freitag und Samstag wird gefeiert

Sattgrüne Wände, glänzendes Parkett, polierte Lampenschirme, als gelte es einen Putzwettbewerb zu gewinnen: Der Grüne Salon in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist frisch renoviert und meldet sich mit einem „großen Wiedereröffnungswochenende“ in der Clubszene zurück. Freitag und Samstag wird gefeiert – mit Bands, DJs und Kleinkünstlern.

Fast den ganzen Januar über werkelten Bauarbeiter und Maler in dem traditionsreichen Salon an der Ostseite der Volksbühne. Zuvor war 2009 bereits das gesamte große Theaterhaus saniert worden mit zahlreichen Einschränkungen, die auch das Programm des Grünen Salons betrafen. Mitte November vergangenen Jahres wurde dann die Volksbühne wiedereröffnet, jetzt ist auch im Salon alles kräftig aufgehübscht und fertig. Grüner geht’s nicht.

Der Chic der zwanziger Jahre mit einem Hauch von Fin de Siècle ist geblieben. So schlägt das Programm zur Eröffnung denn auch den Bogen von den Roaring Twenties bis heute. Zum Start gibt’s am Freitag ab 21 Uhr die Eröffnungsparty. Die BarBoBu-Hausband ist angekündigt mit einem Potpourri aus Soul, Funk und Rock’n Roll. Kabarettisten und Sänger treten zwischendurch auf, zur Mitternachtsshow kommt der Salsa- und Tango-Argentino-Tänzer Fernando Zapata, danach beginnt ein Ringelreihen verschiedener DJs von den Top-Sounds der 50er und 60er bis zu Funk ’n’ Soul.

Am Sonnabend geht’s dann ab 22.30 Uhr zurück in die zwanziger Jahre. Der Salon verwandelt sich unter dem Motto „Bohème Sauvage“ in ein Casino mit Tanzorchester, Burlesque und Spieltischen.

Der Grüne Salon wurde kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges an die Volksbühne angebaut. An deren Westseite entstand zugleich der Rote Salon. Beide Veranstaltungsorte werden seither als Clubs betrieben, in denen schon viele Berliner Kabarettisten, Komödianten, Chansonsänger und Jazzer wie Andrej Hermlin ihre Karriere begannen.

Der Tagesspiegel, [23.02.2010]

 

 
Große Verkaufs-Ausstellung ab dem 22. Februar 2010 in der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz

Wer ist TOM? Der deutsche Künstler Thomas Hoffmann liebt das Leben und die faszinierende Vielfalt der Welt, die ihm die Ideen für seine fantasievollen Kreationen liefern.

"DRAG", wie in den Begriffen "Drag-Queen" oder "Drag- Racing", steht für Individualismus und Energie, Enthusiasmus und Inspiration.

"Tom's Drags" brechen die starren Regeln des Alltags und bringen Farbe in unser Leben. Die "Drags" sollen Spaß machen; sie sind witzig und schräg und betonen die positiven Aspekte des Lebens. Jedes Teil wird detailreich von Hand bemalt und hat seinen eigenen Charme. Wer mit einem "Tom's Drag" -Objekt oder -Möbel einen kräftigen Farbakzent setzt, liefert ein souveränes Stilstatement. Ein Teil verrückter und exzentrischer als das andere, allesamt aber wahre Eyecatcher und absolute Highlights in jeder Wohnung.

Wir bieten unseren Kunden ein wahres Feuerwerk der Sinne auf sechs Etagen in unserer Galeria Kaufhof, nicht nur zum schauen sondern zum kaufen. Unter anderem erhalten Sie bei uns Geschirr, Schalen, Tiere, Putten, Figuren, Fotorahmen, Leuchter, Tabletts, Autos, Kleinmöbel, Spiegel u.v.m.

Besuchen Sie uns, wir freuen uns auf Sie!

 
BVG-Vorstandschef Sturmowski will die Preise für Einzelfahrscheine erhöhen – der Termin ist aber ungewiss

Bei Fahrten mit Bahnen und Bussen soll der Einzelfahrschein teurer werden, der derzeit innerhalb der Stadt (Tarifgebiet AB) 2,10 Euro kostet. Der Preis ist seit August 2005 unverändert geblieben. Preise für Abonnements könnten dagegen nach den Planspielen unverändert bleiben. Wann die Tariferhöhung kommen wird, ist allerdings unklar. Der Ende Oktober ausscheidende BVG-Chef Andreas Sturmowski würde die Preise am liebsten zum Fahrplanwechsel im Dezember in die Höhe schnellen sehen, was der Senat und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) jedoch nach wie vor ablehnen. Nicht geäußert hat sich bislang der BVG-Aufsichtsratschef, Finanzsenator Ulrich Nußbaum. Dieser hatte bereits vor einem Jahr eine Preiserhöhung gefordert. Zuletzt waren die Preise 2008 gestiegen.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wies gestern darauf hin, dass mit den Verkehrsunternehmen im VBB vereinbart worden sei, dass sie Anfang 2011 ihre Pläne zu den künftigen Tarifen vorlegen sollen. Danach werde man sehen, ob eine Tariferhöhung erforderlich sei. Da diese nach Angaben von Sturmowski fünf bis sechs Monate Vorbereitungszeit erfordert, würden bei einer Entscheidung für Tariferhöhungen die Preise fast unmittelbar vor den Wahlen steigen, was als ziemlich unwahrscheinlich gilt. Im Wahljahr 2006 waren die Preise in Berlin stabil geblieben, 2009, als in Brandenburg gewählt wurde, ebenso. Und 2010 hielt man es für ausgeschlossen, angesichts des Desasters bei der S-Bahn höhere Preise zu verlangen. So kann es sein, dass die Fahrgäste bis Ende 2011 oder gar Anfang 2012 von Preiserhöhungen verschont bleiben.

Danach könnte es aber teuer werden. Versuche, den Preis für den Einzelfahrschein von 2,10 Euro auf 2,30 Euro zu erhöhen, waren mehrfach am Widerstand von Junge-Reyer (SPD) gescheitert. „Ewig können wir uns diesen Preis aber nicht leisten“, sagte Sturmowski jetzt. In München, wo das Tarifgebiet in Waben eingeteilt ist, kostet eine Fahrt durch zwei Zonen zum Beispiel im Barverkauf 4,80 Euro.

2004 lag der Preis in Berlin bereits bei 2,20 Euro. Dafür galt der Einzelfahrschein aber auch innerhalb von zwei Stunden für Hin- und Rückfahrten. Nach dem Wegfall dieser Regelung war der Preis auf 2 Euro gesenkt worden, um bereits ein Jahr später wieder auf 2,10 Euro erhöht zu werden.

Eine Tariferhöhung um ein Prozent bringe der BVG Mehreinnahmen zwischen sechs und sieben Millionen Euro, sagte Sturmowski. Von 2011 an will das Unternehmen die Einnahmen jährlich um 15 Millionen Euro steigern, um seinen Finanzplan bis zum Jahr 2020 umsetzen zu können. Im vergangenen Jahr kletterten die Einnahmen auch ohne Preiserhöhung um 14, 9 Millionen Euro auf 507, 4 Millionen Euro. Allerdings waren die Einnahmen 2008 wegen des Streiks im Frühjahr zurückgegangen. Die Zahl der Fahrgäste ist von streikbedingt 832,3 Millionen auf 925,4 Millionen gestiegen – auch durch das S-Bahn-Chaos.

Das Jahr 2009 wird die BVG voraussichtlich mit einem Verlust in Höhe von 65 Millionen Euro abschließen. Die BVG hätte dank der Senatszuschüsse sogar einen Gewinn in Höhe von 33 Millionen Euro gemacht, wenn sie nicht 98 Millionen Euro zusätzlich hätte aufbringen müssen. Mit dieser Summe wurde den Altmitarbeitern die Differenz zwischen den 2005 gesenkten Tariflöhnen und dem damaligen höheren Einkommen ausgeglichen.

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Mit viel Prominenz auf dem roten Teppich wurden die 60. Internationalen Filmfestspiele am Potsdamer Platz eröffnet

Man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen? Auch kluge Köpfe wie Camus irren gewaltig. Der Sisyphos dieser Tage jedenfalls rollt keine Kugel den Berg hinauf, sondern schippt fluchend Schnee, und wenn er damit fertig ist, rieselt es wieder von oben. Doch, doch, die Treppe vor dem Berlinale-Palast war rechtzeitig zur Eröffnung des Filmfests am gestrigen Abend vom Eise befreit worden – und trotzdem wieder weiß, mit zunehmender Tendenz. Möglich, dass diese Gala als die schneereichste der Festivalgeschichte in die Annalen eingeht. Das Publikum am Rande: unter Regenschirme geduckt und ohnehin nicht sehr zahlreich. Die BMW-Limousinen, die die Stars vorfuhren, darunter auch Oldtimer wie ein „Barockengel“ aus der prähistorischen TV-Serie „Isar 12“: schneeweiß beschichtet. Die Sitzreihen im Saal: mit deutlichen Lücken, was im Parkett gar nicht so schlimm aussah, aber Anke Engelke, Moderatorin mit Überblick, wies darauf hin und bat, man möge den wohl irgendwo steckengebliebenen Gästen doch erzählen, was sie verpasst haben.

Tja, was haben sie verpasst? Anke eben, nach mehrjähriger Pause erneut in dieser Position, chamäleonhaft begnadet, fähig, in einem Satz von weltläufiger Eleganz zu Berliner Schnodderigkeit zu wechseln, um dann in eine Art indisches Englisch zu verfallen, wenn das gerade passt, und nebenbei Dieter Kosslick, den „Mr. Berlinale“, bei einem Hänger kurz zu ermahnen, dies sei nicht die Probe, sondern schon die Show. Obwohl man bei ihm kaum unterscheiden kann, was kleine Panne ist oder gezielter Gag.

Die 60. Berlinale hat nun also begonnen, das wurde noch dem letzten Festivalneuling wieder und wieder eingebläut. Der Blick nach vorn war ebenso einer zurück, mit afrikanischem Geburtstagsständchen als Filmkonserve, mit früheren Gästen und alten Plakaten als Hintergrundbildern, mit einem Filmchen über die Anfänge und einem amerikanischen Veteranen des Marshall-Plans als besonders begrüßtem Gast. Aber nach 60 Jahren wird es wohl erlaubt sein, „ein bisschen auf dicke Hose zu machen“, wie Anke Engelke, durchaus erfrischend, die historische Nabelschau verulkte, das macht sie mit links und sie machte es gut.

Möglich, dass das Wetter auch dabei mitspielte, als das Team um den chinesischen Eröffnungsfilm „Tuan Yuan“ entschied, sich ausnahmslos rote Seidenschals um den Hals zu drapieren. Regisseur Wang Quan’an und sein Trupp waren exotischer Abschluss einer sonst weitgehend aus einheimischen Kräften bestückten Starparade. Immerhin sah man neben gewohntem Filmpersonal wie Michael Gwisdek, Mario Adorf, Sybel Kekili, Sebastian Koch, Tom Tykwer, Christiane Paul und Detlev Buck auch seltenere Gäste wie Vicky Leandros und sogar Marius Müller-Westernhagen. Selbst Christoph Schlingensief, zurück aus Afrika, war wieder da und ebenso Tilda Swinton, diesmal besonders androgyn frisiert und lachsrot gefärbt. Die Politik vertraten unter anderem Claudia Roth und Walter Momper, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit waren ohnehin schon von Berufs wegen da.

Letzterer hatte außer einer Rede sogar noch einen Bären mitgebracht, weiß und aus Porzellan, den Ehrenbären der Stadt für das Geburtstagskind Berlinale, stellvertretend entgegengenommen von Dieter Kosslick und sogleich weitergereicht an seinen Vorgänger Moritz de Hadeln. Eine Berlinale-Kamera, wie sie im Laufe des Festivals noch an die langjährigen Forums-Köpfe Erika und Ulrich Gregor verliehen werde, komme für de Hadeln ja nicht in Frage, der diesen Preis schließlich selbst erfunden habe, ulkte Kosslick.

Zuletzt flimmerten im Kurzdurchlauf alle Wettbewerbsfilme über die Leinwand, dann folgte die obligatorische Vorstellung der Jury. Das Programm wurde nun schon etwas zäher. Zum Glück gab es Anke. Wie man sich den Namen des Jury-Mitglied Yu Nan leicht merken könne? "Ja nun."

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Von DiCaprio bis Depardieu: Für die am Donnerstag beginnende Berlinale haben sich zahlreiche Stars angemeldet

Alle reden vom Eis, Dieter Kosslick handelt. Die tückische Treppe vor dem Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz hat schon ohne weißen Panzer manchen zu Fall gebracht, da geht die Festivalleitung lieber kein Risiko ein und hat rechtzeitig zu den Filmfestspielen private Räumdienste in die Spur geschickt, auf dass sie den Vorplatz freipickeln. Auch die anderen Hauptorte des Filmfests, der Friedrichstadtpalast, das International, das ehemalige Café Moskau als Ort der Eröffnungsparty und nicht zuletzt der Pariser Platz für die „Metropolis“-Vorführung, sollen rechtzeitig geräumt werden, wie Berlinale-Sprecherin Frauke Greiner gestern versicherte.

Es wird auch Zeit, denn am Donnerstag geht es los. Allmählich treffen die ersten Prominenten ein, Renée Zellweger etwa, Mitglied der Jury, wurde gestern Vormittag von Festivalchef Kosslick mit einem Blumenstrauß auf dem Flughafen Tegel empfangen. In der Stadt ist sie fast Stammgast, auch bei der Berlinale ließ sie sich schon sehen, 2003 zur Premiere von „Chicago“. Da musste sie auch singen, bewies eine Doppelbegabung, die sie mit Jury-Kollegin Cornelia Froboess teilt.

Im Mittelpunkt der morgigen Gala stehen die Stars des Eröffnungsfilms „Tuan Yuan“, neben Regisseur Wang Quan’an sind das seine Darsteller Lisa Lu, Ling Feng, Monica Mo und Na Jin. Tags darauf posieren Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams sowie Autor Robert Harris auf dem roten Teppich, um den in Babelsberg gedrehten Politthriller „Der Ghostwriter“ vorzustellen. Regisseur Roman Polanski ist bekanntlich verhindert. Aus Bombay kommt Indiens Superstar Shah Rukh Khan angereist. Für „Om Shanti Om“ auf der Berlinale 2008 bereits heftig umjubelt, stellt er in Begleitung der in Indien ebenfalls hoch verehrten Filmdiva Kajol und Regisseur Karan Johar seinen neuen, nicht biografischen Film „My Name is Khan“ vor. Bollywood-Fans bügeln schon die Saris auf.

Kaum ist dieser Trubel vorbei, steht Samstagabend der nächste an: Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley und Michelle Williams wollen zur Premiere ihres Inseldramas „Shutter Island“ aufmarschieren. Da DiCaprio im Film mit renitenten, psychopathischen Straftätern und einem losbrechenden Hurrikan fertig werden muss, pustet ihn auch stürmischer Jubel seiner Fans nicht um.

Die Hollywood-Wachablösung im Berlinale-Palast ist Sonntagabend dann Ben Stiller, der „Greenberg“ präsentiert. Im weiteren Verlauf des Festivals werden auch Penélope Cruz, Marion Cotillard und Daniel Day-Lewis erwartet, die gemeinsam mit Regisseur Rob Marshall das Musical „Nine“ vorstellen.

Damit ist der Starreigen noch lange nicht vorbei. Angekündigt sind auch Gérard Depardieu und Isabelle Adjani („Mammuth“), der indische Schauspieler Aamir Khan, diesmal als Produzent („Lagaan“), Geoffrey Rush („Bran Nue Dae“), Catherine Deneuve, Christopher Lee, Michail Gorbatschow und Bob Geldof („Cinema for Peace“) – und viele einheimische Filmstars: darunter Hanna Schygulla, die einen Goldenen Bären fürs Lebenswerk bekommt, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Joachim Król – kurz: alte Bekannte.

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Werbetafeln an Berliner Baustellen müssen künftig genehmigt werden und "stadtverträglich" sein

Die Sanierung der Siegessäule im Tiergarten wird für den Senat zur Probe aufs Exempel: Die Pläne fürs Aufhübschen der Goldelse werden zwar erst am kommenden Montag von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgestellt – aber dem Vernehmen nach will sich das Land bei deren Sanierung an die gestern beschlossene neue Bauordnung halten und auch das „Verunstaltungsgebot“ beachten. Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich die neue Regeln für den Umgang mit der teils bunten, teils schrillen Werbung auf den Großbaustellen der Stadt. „Victoria“ wird deshalb wohl eher dezent verkleidet, die rund 67 Meter hohe Säule ebenso. Und das Motiv der Werbung soll ausgewählt sein, dem Wahrzeichen angemessen, wie es heißt.

Ein grundsätzliches Verbot von Werbung bringt die Gesetzesnovellierung nicht. Wer Plakate aufhängen will, braucht dafür aber eine Genehmigung. Außerdem steht in dem Gesetz, dass großflächige Werbung „stadtverträglich“ sein muss. Aber auch wenn das sicher gestellt ist, werden Genehmigungen für die Plakate auf den vielen Berliner Bauzäunen nur noch zeitlich befristet erteilt: für allerhöchstens sechs Monate.

„Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich zu Recht durch zu viel großflächige Werbung an zentralen Orten der Stadt gestört“, sagte die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer, die die Feder führte bei der Novellierung des Gesetzes. Zuletzt hatte die Verhüllung des Charlottenburger Tores mit dem nach Angaben der CDU „größten Wahlplakat Deutschlands“ für Ärger gesorgt. Der Bezirk nannte diese Parteienwerbung rechtswidrig. Und sogar der Landesrechnungshof hatte sich wiederholt mit der Vergabe von Werbeflächen beschäftigt.

Zurzeit hängen Großplakate am Leipziger und Potsdamer Platz. Gemunkelt wird, die Arbeiten an den Neubauten gingen dort nur deshalb so langsam voran, weil die Einnahmen aus den Plakaten die Finanzierung der Sanierung erleichtern. Auch die Sanierung des verhüllten Brandenburger Tores hatte sich hingezogen.

Doch das ist bald vorbei. Gestern nahm der Senat den „Gesetzentwurf zur Änderung der Bauordnung für Berlin und des Berliner Denkmalschutzgesetzes“ zur Kenntnis. Nun müssen der Ältestenrat und das Abgeordnetenhaus dem Regelwerk zustimmen. Bis Ende des Jahres könnte es dann in Kraft treten, heißt es.

Die neue Bauordnung für Berlin erleichtert auch Investitionen in den Klimaschutz: Wer die Außenwand eines Altbaus mit wärmedämmenden Platten verkleiden will, muss sich dazu nicht mehr mit der Bauaufsicht abstimmen. Dies gilt für Gebäude mit einer Höhe von maximal 22 Metern, bei denen nachträglich „Maßnahmen zur Energieeinsparung“ ergriffen werden.

Die Novellierung der Bauordnung hat auch das Aus für zahlreiche Müllschlucker zur Folge. Wenn sie keine Trennung der Abfallsorte ermöglichen, müssen sie bis Ende des Jahres 2013 stillgelegt werden. Damit dürften die meisten Abfallschächte in Hochhäusern von dem Verbot betroffen sein. Der Senat verweist hier auf die im Abfallrecht verankerte „Trennpflicht".

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Die Berlinale hat noch nicht begonnen, da regnet es schon Auszeichnungen

An diesem Mittwochabend will der Club der Filmjournalisten im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz den Ernst-Lubitsch-Preis an Leander Haußmann und seine „Dinosaurier“ verleihen. Auch Edzard Haußmann, Vater und einer der Schauspieler, wird kommen, er feiert an diesem Tag seinen 75. Geburtstag. Erwartet werden zudem frühere Preisträger, darunter Detlev Buck, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel und Dani Levy. Bereits am Dienstagvormittag wurde in der Austernbar im Hauptbahnhof der „Paula“ an Katrin Sass verliehen, ein vom Progress-Filmverleih anlässlich seines 60-jährigen Bestehens neu geschaffener Preis.

Und am Abend wurde dann die Verleihung des Askania Award in den Hackeschen Höfen im dortigen Kleinen Festsaal gefeiert. Geschaffen wurde er von der Berliner Uhrenmanufaktur Askania, die auf eine lange Filmtradition zurückblickt. So baute die 1871 in Friedenau gegründete Firma früher auch Projektoren und Kameras, darunter die, mit der „Der Blaue Engel“ gedreht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand Askania – bis zur Neugründung als einzige Berliner Uhrenmanufaktur vor drei Jahren. Der Askania Award wurde zum dritten Mal verliehen, an „zwei besondere Künstler“, wie Leonhard R. Müller, Vorstandsvorsitzender der Askania AG, seine diesjährigen Preisträger rühmte. Es sind Regisseur Sönke Wortmann und Schauspieler David Kross. Als Laudatoren konnten Armin Rohde und Gudrun Landgrebe gewonnen werden. Und auch Hedwig Senden war gekommen, Präsidentin der Vereinigung Deutscher Pilotinnen. Der Verein war 1968 unter anderem von der Fliegerlegende Elli Beinhorn gegründet worden, die das Unternehmen zu seinen Traditionsfiguren zählt.

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Die DBB-Tarifunion zieht eine positive Bilanz des Warnstreiks am Dienstag

Die DBB-Tarifunion zeigte sich zufrieden mit dem Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Dienstag. Knapp 400 von insgesamt 500 zum Streik aufgerufenen Fahrer hätten sich an dem Arbeitsausstand beteiligt, sagte eine Sprecherin am Nachmittag gegenüber Tagesspiegel Online. Das Ziel sei erreicht worden: "Wir wollten nicht die Fahrgäste schädigen, sondern durch den leichten Rumpelverkehr zum Nachdenken auffordern." Verhandlungsführer Willi Russ hofft nun auf Bewegung bei den Arbeitgebern für die neue Gesprächsrunde am 18. Februar.

Zu Verspätungen kam es besonders auf den Strecken der U-Bahn-Linien 5, 7 und 8, sagte BVG-Pressesprecherin Petra Reetz am Nachmittag. Die U4 sei zwischenzeitlich nur im 20-Minuten-Takt gefahren, weil man Fahrer von dort abgezogen haben. Auch bei den Bussen kam es stadtweit zu Verspätungen von durchschnittlich 5 bis 7 Minuten. "Wir haben es gemerkt, es gab aber kein Verkehrschaos." Insgesamt seien etwa 100 Fahrer nicht zum Schichtdienst gekommen.

Die durch das S-Bahn-Chaos bereits seit Monaten geplagten Berliner nahmen die zusätzlichen Verspätungen offenbar gelassen auf. Beschwerden bei der BVG habe es kaum gegeben, so Reetz: "Da sind die Berliner ziemlich tolerant." Viele Fahrgäste hätten den Streik gar nicht bemerkt und die Verspätungen stattdessen dem Frostwetter zugerechnet.

Dennoch war die Stimmung am Morgen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz genervt. Dort fuhren die U-Bahn-Linien 5 und 8 unregelmäßig, auf den Anzeigentafeln wurde um Geduld gebeten. "Das ist zum Kotzen", befand etwa ein Mittdreißiger auf dem Weg zur Arbeit.

Dass der Warnstreik vergleichsweise milde ausfiel, hängt auch damit zusammen, dass mehr als 80 Prozent der Beschäftigten nicht in der DBB-Tarifunion, sondern in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisiert sind. Verdi hat sich vom Warnstreik distanziert, weil die Tarifverhandlungen für die rund 12.000 Mitarbeiter der BVG und der BVG-Tochterfirma Berlin Transport nach ihrer Einschätzung auf einem guten Weg sind. Die DBB Tarifunion fordert fünf Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch einen Zuwachs zwischen 110 und 150 Euro je nach Entgeltstufe. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Februar geplant.

Der Tagesspiegel, [09.02.2010]